Lob der Textschrulle!
Ich war mal im berühmten «Kaffee Burger» in Berlin zu einem Leseabend von ungefähr vierzig jungen angesagten Literaten, die ich alle nicht kannte und die schwarz umrandete Brillen trugen und sogar während des Lesens sehr gekonnt rauchten. Das Publikum bestand aus circa 60 Zuhörern, die quasi auch alle schwarz umrandete Brillen trugen und eigene Manuskripte mit sich führten, in denen sie ebenfalls rauchend herumkorrigierten, während die anderen oben auf der Lesebühne ihre Texte präsentierten.
In dem relativ kleinen Raum mit den ungefähr bestimmt 100 Literaten konnte man jetzt überhaupt nichts mehr sehen vor lauter Rauch. Nur einmal sah ich, wie die junge Frau neben mir aufblickte, fassungslos in den Qualm der Lesebühne starrte und «So ein scheiß unkomplexer Einstieg!» sagte, um sich dann wieder in ihr Manuskript zu vertiefen. Ich wusste nicht so genau, ob sie ihren eigenen Einstieg scheiß unkomplex fand oder doch eher den Einstieg des Lesenden oben, der gerade die Exposition zur vermutlich sehr hippen «Lebensgeschichte von Fickie Bumsloch» vortrug. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, las er 45 Minuten über das Leben des Fickie Bumsloch, ein Protagonist, den ich bis heute nicht ...
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