Allein am Klavier
Da stehen sie also an der Rampe, ätzen über die mediale «Jedermann»-Aufregung, über «Sebastian» und seine Chat-Egomanie – unschwer als österreichischer Ex-Kanzler erkennbar, der wegen mutmaßlichen Falschaussagen vor Gericht steht –, die Koks-Partie bei Nobel-Caterer Do & Co und Burgtheaterdirektor «Martin K.», der ohnehin nie da sei.
Im Original findet man diese Sätze natürlich nicht: 1666 hat Molière seine Komödie «Der Menschenfeind» geschrieben, die vom Tugendwächter Alceste handelt, der allen gnadenlos die Wahrheit ins Gesicht schmettert, aber sich dann ausgerechnet in die Flirt-Weltmeisterin Célimène verliebt. Martin Zehetgruber hat am Burgtheater riesige Plexiglaswände gebaut, die bei richtiger Beleuchtung das Publikum im Saal spiegeln. Geht das Licht aus, verwandelt sich die Bühne in eine dunkle, unwirtliche Landschaft, in der sich niemand verstecken kann.
Keine Frage, es geht in der Inszenierung von Hausherr Martin Kušej um uns – um die verkommene, korrupte Wiener Bussi-Bussi-Gesellschaft, die nur auf ihren eigenen Vorteil aus ist: vorneraus schmierig, hinter dem Rücken brutal. Eine Lesart, die durchaus passend scheint zur letzten Saison des scheidenden Burg-Chefs, der das ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 15
von Karin Cerny
Was ist, wenn die Maschine so klug wird, dass sie zwar in der Realität nicht agieren, aber mit Menschen so gut interagieren kann, dass sie sie manipulieren kann, bestimmte Dinge zu tun?» Die Frage stellt der Schauspieler und Theaterwissenschaftler Gunter Lösel. Er stellt sie auf der Bühne: Lösel ist Theatermacher und Theaterforscher. Als Schauspieler beschäftigt er...
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Damaskus, Beirut, Istanbul, Cos, Athen, Sarajevo, Zagreb, Salzburg, München, Köln»: Adam Abbas, ein schlaksiger junger Lockenkopf, zählt mit rauer Stimme die Stationen seiner Flucht aus Syrien auf. «Mein Zwillingsbruder Jad und ich sind die Jüngsten. Wir sind alleine nach Deutschland geflohen», fährt er fort.
Dass Abbas über seine Flucht als 15-Jähriger nicht mehr...
