Albee redivivus
Zerplatzte Träume, wildes Gekeife und Unmengen von Alkohol, um das Ungenügen am Leben zu ertränken – das Liebesfeuer des verkrachten Schauspielerpaares Arthur (Marcel Hoffmann) und Marilyn (Katja Thielen) ist längst erloschen. Alle Passion findet ihr Ventil inzwischen in zynischen Pointenschlachten, die stets um das Scheitern des Paares als zweitklassige Seriendarsteller kreisen.
Wie in einem Versuchslabor lässt Daniela Dröscher die erhitzten Gemüter in ihrem Drama «Eheleute und Ehelose» aufeinander los.
Dafür klappt Regisseur Hannes Hameter in seiner Uraufführung am Stadttheater Koblenz einen mit modern-weißem Mobiliar und Hollywood-Schminktisch aufgehypten Wohnwagen auf der Bühne wie ein Barbiehaus auf zum Mikrokosmos einer bitterbösen Groteske, die zunehmend außer Kontrolle gerät.
Wie es sich für Dramaqueen und Wuchtbrumme Marilyn oder den narzisstischen Blender Arthur gehört, brauchen sie natürlich eine Projektionsfläche für ihren Ehekrieg. Das jungdynamische Erfolgspärchen Louis (Ian McMillan) und Netty (Magdalena Pircher) kommt eines Nachts da gerade recht. Je mehr alle beherzt zum Wodka greifen, desto eher bricht auch die Fassade der schillernden Youngsters. Ein Morast aus ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 49
von Björn Hayer
Noch einen Tag vor der Premiere machte das Gerücht die Runde, man habe sich bei Leander Haußmanns «Hamlet» auf viereinhalb Stunden Dauer einzustellen. Dreieinhalb waren es dann am Premierenabend tatsächlich. Welcher 60-Minuten-Block ließ sich wohl so folgenlos kurzfristig entfernen?
Gut möglich, dass es «Die Mausefalle» war, das Stück im Stück, das Hamlet...
Ein Mann in bequemen Alltagsklamotten liegt, an die Wand des White Cubes gedrückt, auf dem Boden. An der gegenüberliegenden Wand beugt sich ein Tänzer nach unten, berührt mit gestrecktem Arm den Boden und streckt zugleich den anderen Arm nach oben, als wollte er die Spannweite seiner Arme messen. Eine Frau singt an der Rückwand des Raumes, und vorn erzählt gerade...
Das Gespräch im kleinen Cafe Koha um die Ecke vom Leicester Square schiebt Crimp zwischen zwei Probenbesuche in Hamburg. «Karriere-Management», zuckt der Autor ergeben lächelnd die Schultern, «aber ich bin gern bei Proben dabei, und zwischendurch habe ich immer noch Zeit für den Schreibtisch.» Seit über zwanzig Jahren gehört Crimp zum britischen...
