Äh, irgendwie, keine Ahnung
Vielleicht sollten sich Theater, anderen Unternehmen folgend, mal für das Instrument der freiwilligen Selbstverpflichtung interessieren. Zum Beispiel so: «Wir, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Textbearbeiter, verpflichten uns freiwillig, in der Spielzeit 2008/09 probeweise auf allen Authentizitätssprech, insbesondere auf Verwendung von Ausrufen, Wörtern und Wortgruppen wie ‹äh›, ‹nee›, ‹weiß nich›, ‹keine Ahnung› und ‹irgendwie› zu verzichten.»
Das wäre schön.
Denn diese «spontane» Form draufgeschaffter Improvisationskunst im Zustand kompletter Unterspannung hat ihren vorläufigen Zenit mit Stefan Puchers und Jens Roselts Bearbeitung des Fritz-Lang-Films «M – eine Stadt sucht einen Mörder» erreicht. Spätestens beim letzten von drei Monologen, die Peter Moltzen und Daniel Lommatzsch zwanzig Minuten lang Fritz-Lang-frei und überwiegend aus obigen Versatzstücken zusammenmontiert von der Rampe runterstammeln. Da geht es unter anderem Bedrohlichen um einen Vielleicht-Terroristen im Flugzeug, der verdächtigerweise Joghurt mit der Gabel isst: Beleg für die unzureichende Bereitschaft des «Publikums», einzugreifen, wenn’s brenzlig wird. Quod erat demon-strandum: Unmutskundgebungen ...
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Tellheim schwankt. Schwer verletzt und pleite, hat sich der Major ordentlich einen angesoffen – und weiß nicht mehr, wie es weiter geht. Rechts oder links? Damen oder Herren? Unruhig flackert der glasige Blick zwischen den Toilettentüren, die Stefan Meyer links auf die Wirtshausebene seines verschachtelten Bühnenbildes für Lessings «Minna von Barnhelm» gebaut hat....
Das Festival «Theater der Welt» in Halle war gerade eine Woche alt und hatte die Stadt an der Saale schon fast in eine kleine multikulturelle Wunderkammer verwandelt, da sprachen abseits der Bühnen am örtlichen Landgericht die Richter das Urteil: Eineinhalb Jahre nach dem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim im benachbarten Sangerhausen erhielten drei der...
Da gehen also Luzifer und Michael auf der Berner Blumenwiese mit Plastik-Schwertern aufeinander los, dass es eine Art hat. Und es ist gar nicht klar, wer gewinnen wird, die Kräfteverhältnisse sind durchaus noch ausgeglichen. Aber weil Michael im Besitz der eindeutig größeren Wasserpistole ist, muss unser armer Teufel dann doch klein beigeben. Er reckt sich nochmal...
