Äh, irgendwie, keine Ahnung

nach Fritz Lang/Thea von Harbou «M – eine Stadt sucht einen Mörder»

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Vielleicht sollten sich Theater, anderen Unternehmen folgend, mal für das Instrument der freiwilligen Selbstverpflichtung interessieren. Zum Beispiel so: «Wir, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Textbearbeiter, verpflichten uns freiwillig, in der Spielzeit 2008/09 probeweise auf allen Authentizitätssprech, insbesondere auf Verwendung von Ausrufen, Wörtern und Wortgruppen wie ‹äh›, ‹nee›, ‹weiß nich›, ‹keine Ahnung› und ‹irgendwie› zu verzichten.»
 

Das wäre schön.

Denn diese «spontane» Form draufgeschaffter Improvisationskunst im Zustand kompletter Unterspannung hat ihren vorläufigen Zenit mit Stefan Puchers und Jens Roselts Bearbeitung des Fritz-Lang-Films «M – eine Stadt sucht einen Mörder» erreicht. Spätestens beim letzten von drei Monologen, die Peter Moltzen und Daniel Lommatzsch zwanzig Minuten lang Fritz-Lang-frei und überwiegend aus obigen Versatzstücken zusammenmontiert von der Rampe runterstammeln. Da geht es unter anderem Bedrohlichen um einen Vielleicht-Terroristen im Flugzeug, der verdächtigerweise Joghurt mit der Gabel isst: Beleg für die unzureichende Bereitschaft des «Publikums», einzugreifen, wenn’s brenzlig wird. Quod erat demon-strandum: Unmutskundgebungen ...

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Theater heute August/September 2008
Rubrik: Chronik, Seite 70
von Barbara Burckhardt

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