Walk on the mild side

Roland Schimmelpfennig «Idomeneus», Polle Wilbert «Illegal»

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«Nix g’wies woas ma net», sagte die Dame hinter mir sehr gelassen beim Rausgehen und hatte damit das Wesentliche zusammengefasst. Dazu muss man sich allerdings in die Feinheiten der Münchner Grammatik begeben. Denn «nichts Genaues weiß man nicht» heißt eben trotz der doppelten Verneinung keineswegs, dass man was wüsste. Im Gegenteil: je doppelt verneinter, desto ungewisser in der Landessprache.

 
 

«Idomeneus», Roland Schimmelpfennigs Auftragsstück zur Wiedereröffnung des prächtig renovierten Rokoko-Saals von Cuvilliés in der Münchner Residenz, spielt mit den Unbestimmtheiten des Mythos. Dass der kretische König Idomeneus auf dem Rückweg von Troja in einen Sturm gerät, der seine Flotte verschlingt und ihn nur um den Preis eines Gelübdes überleben lässt, darf in allen Varianten als gesichert gelten: Er will als Dank fürs Überleben den ersten Menschen töten, der ihm am heimatlichen Strand begegnet. Aber trifft er dann tatsächlich auf seinen Sohn und schlitzt ihn auf? Hat ihn während der zehnjährigen Abwesenheit seine Gattin tatsächlich mit Nauplios betrogen, der Agamemnon und seinen Griechenfürsten den Mord seines Kindes nachträgt? Und endet Idomeneus wirklich ausgeweidet von seinen ...

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Theater heute August/September 2008
Rubrik: Chronik, Seite 74
von Franz Wille

Vergriffen
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