Fliegen und landen
Dreimal genäht hält besser, mag sich Nina Ender gedacht haben, als sie den Alptraum des Wissens in gleich drei Fälle gebannt hat, die sie lebens- und erzähltechnisch aufwändig verknüpft. Die Französischlehrerin Paula hatte eine Spätabtreibung wegen einer Trisomie-21-Diagnose, die sie gehörig aus der psychischen Bahn wirft. Schlimm. Außerdem ist sie mit einem Neurochirurgen verheiratet, dessen Spezialität autistische Superbegabungen sind und der ausgerechnet den Bruder einer Schülerin seiner Frau zum Vorzeige-Savant aufbaut, statt ihn in Ruhe seine Lieblingstiere kneten zu lassen.
Auch nicht schön. Dann gibt es da noch Eva, die ihren krebskranken Vater zur Sterbehilfe nach Zürich begleitet hat und darüber so traurig wird, dass sie ebenfalls sterben will. Sehr schlimm. Dass außerdem Paulas Mutter zunehmend dement wird, kommt erschwerend hinzu.
Das Debütstück der Studentin im Kurs Szenisches Schreiben der UdK Berlin fasst die lebensnah alltagsunwahrscheinliche Geschichte in einen Wechsel aus leise schwingender Vers-prosa und expressionistelnd abgehackten Dialogen, was die Regieaufgabe nicht einfacher macht.
Ernst-Busch-Regiestudent Jan-Christoph Gockel löst sie in seiner ...
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Theater heute Ob «Baader Meinhof Komplex» oder «Operation Walküre», ob Armin Petras’ «Rummelplatz» oder Volker Löschs «Wunde Dresden» – Filme und Theaterinszenierungen fangen wieder an, deutsche Geschichten, deutsche Geschichte zu erzählen. Wenn man begriffstechnisch etwas höher greift, kann man übergreifende historische Großerzählungen auch Mythen nennen. Herr...
Peter Kastenmüller Da ist so ’ne Rubrik in «Theater heute» ... wenn man Prügel bekommen hat, melden die sich und sagen, hätten Sie mal Lust …
Ulrich Peltzer Du sollst was zu der Inszenierung von «Schwarz Gold Rot» sagen?
KastenmüllerMach ich natürlich nicht, aber ich hab gedacht, ich ruf mal an und red mit dir über Kritik.
Peltzer Klar.
Kastenmüller Liest du Kritiken?
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Zwei Männer auf Segeltörn, auf dem trunkenen Schiff: Der Eine und Der Andere. Wir vermuten, dass das nur zwei Namen sind für ein- und denselben, nämlich den Autor. Jon Fosse schreibt hier sein poetologisches Programm als Stück auf. Könnte man sagen. Ziemlich kurze Pause. Vielleicht auch nicht. Pause. Oder doch. Kurze Pause.
Nach diesem Abend fühlt man sich gleich...
