Fliegen und landen
Dreimal genäht hält besser, mag sich Nina Ender gedacht haben, als sie den Alptraum des Wissens in gleich drei Fälle gebannt hat, die sie lebens- und erzähltechnisch aufwändig verknüpft. Die Französischlehrerin Paula hatte eine Spätabtreibung wegen einer Trisomie-21-Diagnose, die sie gehörig aus der psychischen Bahn wirft. Schlimm. Außerdem ist sie mit einem Neurochirurgen verheiratet, dessen Spezialität autistische Superbegabungen sind und der ausgerechnet den Bruder einer Schülerin seiner Frau zum Vorzeige-Savant aufbaut, statt ihn in Ruhe seine Lieblingstiere kneten zu lassen.
Auch nicht schön. Dann gibt es da noch Eva, die ihren krebskranken Vater zur Sterbehilfe nach Zürich begleitet hat und darüber so traurig wird, dass sie ebenfalls sterben will. Sehr schlimm. Dass außerdem Paulas Mutter zunehmend dement wird, kommt erschwerend hinzu.
Das Debütstück der Studentin im Kurs Szenisches Schreiben der UdK Berlin fasst die lebensnah alltagsunwahrscheinliche Geschichte in einen Wechsel aus leise schwingender Vers-prosa und expressionistelnd abgehackten Dialogen, was die Regieaufgabe nicht einfacher macht.
Ernst-Busch-Regiestudent Jan-Christoph Gockel löst sie in seiner ...
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