Ach Kinder!
Denn erstens schaut der entstandene Film dem Stadttheater in schönen, blaustichigen Bildern bei der Probenarbeit zu. Er folgt der Autorin zu ihren Gesprächen und der Regisseurin nach Hause ins Wohnimmer, lässt Schauspieler ihr Handwerk zeigen, mitreden und privat zu Wort kommen, dokumentiert Krisen zwischen Regie und zweifelndem Ensemble. Zweitens entsteht wie nebenbei eine Reportage zum Thema Nachwuchs und Kinderwunsch, die demografische Panik und Genderdebatten anhand von Einzelschicksalsschnipseln relativiert.
Und drittens diskutieren die Beteiligten heftig über Sinn und Unsinn des dokumentarischen Theatermachens. Wie inszenieren ohne Geschichte? Ab wann verrät man als Schauspieler eine reale Figur? Was kann hier das Theater, was andere Medien nicht können? Die DVD gibt erhellende und ernüchternde Antworten.
Die Reproduktionskrise - DVD
Ein Dokumentarfilm von Jörg Adolph und Gereon Wetzel
Spieldauer: 84 Minuten
DocCollection 2007, 14,90 Euro
Die DVD ist nur über die Website der Produktionsfirma DocCollection erhältlich.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die neue Saison war noch keine acht Wochen alt, da stand es für das Feuilleton einer überregionalen Zeitung schon fest: Die Berliner Bühnen stecken in der Krise. Das Deutsche Theater, eben noch in Bernd Wilms’ letzter Spielzeit zum «Theater des Jahres» gekürt, unter Interims-Intendant Oliver Reese wegen Renovierung des Großen Hauses auf Zelt und Kammerspiele...
«Was ihr wollt» ist eine wunderbare Komödie, was schon daraus ersichtlich ist, dass das Stück mindestens fünf der allerbegehrtesten Rollen ever written enthält. Es ist aber auch ein Text wie ein Soufflé mit einer ausgeprägten Tendenz zum existenziellen Nihilismus, das im Backofen leicht einmal zusammenfallen kann. Angenommen, ein junger Zuschauer begegnete dem...
Das Thema Migration hat Konjunktur – aus guten Gründen. Allerdings wächst damit auch die Gefahr, dass die heißlaufende Konjunktur ihre Gründe überholt, was in aller Regel zum Crash führt. Aber der Reihe nach.
Der junge Anukami (dessen Name verdächtig nach Abulkasem aus Jonas Hassen Khemiris Migrantendrama «Invasion» klingt) hat kein leichtes Leben. Seine...
