Zwiebelsuppe

Ibsen «Peer Gynt»

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Der Regisseur Michael Simon hat sich einen Namen gemacht als Maître de Plaisir des Theaters.

Er begnügt sich nicht mit den herkömmlichen Guckkastenkonventionen – das werte Publikum soll schon etwas mehr Anteil nehmen am Geschehen, auch physischen; gern wird es auf die Bühne gebeten, um den Schweiß der Schauspieler zu riechen und hautnah strömen zu sehen, es soll den Blick in den leeren Saal richten oder in die schwindelnden Höhen des Schnürbodens, wo die Akteure über Beleuchtungsstege hetzen und einander ihre Texte zurufen, und der Zuschauer denkt: Wenn jetzt einer herunterfällt, musst du ihn auffangen. Das passiert natürlich nicht, aber es lenkt doch ein bisschen ab von dem, was gerade zu verhandeln wäre. Man hört und staunt viel in Simons Theater, das ist für eine Weile unterhaltsam (aber nicht für dreieinhalb Stunden), man denkt sich auch seinen Teil, aber vielleicht eben nur den. Was für ein schweres nordisches Kopf-Drama wie das Gyntsche von Ibsen am Ende zu wenig sein könnte.

Der Abend beginnt amüsant, denn Mutter Aase wird von einem kräftigen Kerl gespielt (Götz Argus), und die vielsagenden Zwiebelschalen fliegen dem aufgeregten und quirligen jungen Peer (Johannes Allmayer) ...

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Theater heute Januar 2005
Rubrik: Chronik, Seite 35
von Martin Krumbholz

Vergriffen
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