Abteilung Zukunft: 21. Jahrhundert an Theater, bitte kommen!
Startschuss für die «Akademie für Theater und Digitalität» in Dortmund
Der Roboterarm mit der Riesenkralle wirkt autoaggressiv. In einem Metallkäfig fixiert, schabt sich diese selbstlernende Extremität namens «Amygdala» von Performer Marco Donnarumma gerade Fetzen künstlicher Haut ab. Nebenan treiben lebensgroße Trolle ihr Unwesen, eine Mixed-Reality-Performance mit iPads, programmiert von den «Ragdoll Twins».
Ein Stockwerk höher schickt das «Storylab KjU» arglose Besucher*innen mit VR-Brille in einen schwindelerregend hohen Gerichtssaal, wo sie um ihre Anerkennung als Mensch kämpfen müssen.
Es ist ein bisschen, als wäre ein Raumschiff in Dortmund Kley gelandet, einem Satelliten-Stadtteil, der in der City erst bekannt wurde, als IKEA dort eröffnete. Hier an der S-Bahnlinie Bochum-Dortmund steht zwischen merkmalsfreien Wohnhäusern die ehemalige Grundschule Kley, bis vor kurzem Unterkunft für Geflüchtete, dann leerstehend – und jetzt: die künftige Akademie für Theater und Digitalität (ADT).
Mangel an Infrastruktur
Zum Startschuss für das europaweit einmalige Modellprojekt haben die Initiator*innen vom Schauspiel Dortmund zur Konferenz und Werkschau unter dem Titel «enjoy complexity» ...
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Theater heute April 2018
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Cornelia Fiedler
wir begreifen die ruinen nicht eher,
als bis wir selbst ruinen sind.
heinrich heine
gelobt seist du niemand
paul celan
das stück spielt in keinem garten nahe wien, der von keinem zaun umgeben,
in dem keine exotischen gewächse sich ranken.
zwischen keinen blüten, die keine verführerischen düfte verbreiten
und keinen früchten, die nur der zierde dienen.
in keinem...
Der Start von Wilfried Minks’ Theaterlaufbahn lag im sprichwörtlichen Kleinstrollendorado, in Wurzen (Sachsen). Dort wurde der 1930 im 200-Seelen-Dorf Binai in Tschechien geborene und nach dem Krieg mit seiner Familie vertriebene Bauernsohn mit 17 Jahren «Stift», also Lehrling des Theatermalers am örtlichen Boulevardtheater: ein Saal mit 350 Plätzen und Premieren...
Der Prinz von Marokko ist in Shakespeares «Kaufmann von Venedig» der dritte Heiratskandidat, der sich vor der schönen und reichen Portia zum Affen macht. Nach dem Prinz von Hannover (Ilja Harjes als Ernst-August-Parodie mit ausgepolstertem Arsch in zu engen Jeans) und dem Prinz aus Kasachstan (Garry Fischmann nackt unter Fellmütze und -weste) tritt Zainab Alsawah...
