Detmold: Die Krankheit Hoffnung

Konstantin Küspert «Asche» (U)

Der Mensch zählt ja offiziell zu den erdgeschichtlichen Katastrophen, seit 2016 das Anthropozän ausgerufen wurde. Wobei «Katastrophe» schon viel zu anthropozentrisch gedacht ist. Der Erde dürfte es wurscht sein, ob sie sich durch Meteoriteneinschläge, Eiszeiten oder eine Schicht aus Plastik, radioaktive Strahlung und Abgase so einschneidend verändert, dass es für immer in den Gesteinsschichten lesbar bleibt.

In Konstantin Küsperts postapokalyptischem Monolog «Asche», uraufgeführt am Landestheater Detmold, ist die Menschheit noch einen Schritt weiter: Sie hat es geschafft, den Planeten unbewohnbar zu machen, für alles und jeden.

«Wenigstens die Sonne ist noch die gleiche. Immer die gleiche Sonne. Egal was mit der Erde passiert. Was wir. Wir. Wir sind der Erde passiert.» Das sind die ersten maroden Worte, die auf der gefährlich schrägen, nur wenige Meter breiten, schwebend montierten Spielfläche im historischen Grabbe-Haus fallen (Bühne Fabian Wendling). Hartmut Jonas presst sie mit trockener Stimme heraus, nachdem er minutenlang einfach nur dagelegen hat, eine Hand und einen Fuß am Rand der Schräge eingehakt, um nicht abzustürzen. Nicht abzustürzen, es nicht zu wollen oder nicht zu ...

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Theater heute April 2018
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Cornelia Fiedler