Abschieds-Achterbahn
Jeder ist in seine Tätigkeit versunken, scheint seine Nische gefunden zu haben. Mit Pinsel und Federkiel wird die Erklärung der Menschenrechte, Worte wie «egalité» oder «rights of the human person» auf große Pergamente gemalt. Manche arbeiten im Stehen, einer hockt am Boden über seiner Schrift, ein nächster oben auf einer Leiter. Im Zentrum ein Mann im Frack und eine Frau im schwarzen Rock, eingefroren in ihren Bewegungen, wie aus einer abgelebten Zeit – das Königspaar.
Bald schon werden Klarheit und Ordnung, aber auch Schönheit des Raumes in einem Schlachtfeld aus Farben, zerfetztem Papier und geborstenem Holz untergegangen sein. Statt der Menschenrechtsworte auf Leinwand wird Ubu seinen Namen an alle Wände schmieren (Bühne und Kostüme: Muriel Gerstner).
Struktur und Chaos, Gesetz und Gesetzlosigkeit sind ein wesentliches Thema in Sebastian Nüblings groß angelegter Inszenierung am Schauspiel Essen gegen Ende der letzten Spielzeit von Anselm Weber. Nicht nur der Raum spiegelt das, auch die Sprache. Die Koproduktion mit der Toneelgroep Amsterdam ermöglicht eine Mehrsprachigkeit, die immer wieder in ein babylonisches Sprachgewirr mündet. Ubu selbst benutzt eine anarchische ...
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folgt der Absturz in ein jämmerliches Dahinvegetieren.
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