Ab in die Cloud!
Zwei Tage war das Virus, das 14 Tage später das (Theater-)Leben zum Erliegen brachte, schon in Deutschland unterwegs, als am 29. Februar am Hamburger Thalia Theater Yael Ronens «(R)Evolution» zur Uraufführung kam. Der Abend, inspiriert von den Gedankenspielen zu den disruptiven Einschnitten am Ende des Anthropozäns von Ronens israelischem Landsmann Yuval Noah Harari, ist ein Blick in eine nicht allzu ferne Zukunft, in der sich Menschen biometrisch optimiert haben und datentechnisch bis in den letzten Winkel erfasst werden.
Fast alles hat Harari, zuletzt in seinen «21 Lektionen für das 21. Jahrhundert», in seinen überbordenden Zukunftsanalysen in den Blick genommen, die drei Todfeinde der Menschheit von gestern allerdings, Hunger, ansteckende Krankheiten und Kriege, befänden sich auf dem Rückzug, erklärte er 2015 in «Homus Deus»: «Die Zeiten, da die Menschheit natürlichen Epidemien hilflos gegenüberstehen, sind vorbei.»
Eine im Moment etwas voreilig erscheinende Einordnung. In Zeiten der Corona-Krise ist der Welt- und Menschheitserklärer Harari nichtsdestotrotz ein vielgefragter Gesprächspartner, der nicht müde wird, internationale Solidarität und Kooperation einzufordern. Der ...
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Theater heute Mai 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 38
von Barbara Burckhardt
Der Humor darf nicht verloren gehen. Gerade wenn alles beklemmend wirkt. Wie in der Box des Deutschen Theaters Berlin an einem Freitag im März dieses Jahres. Man spielt «Zu der Zeit der Königinmutter» von Fiston Mwanza Mujila, ein nebulöses, flächiges Stück, das mit postkolonialistischer Grundierung von einer fiktiven «New Jersey Bar» erzählt und von den...
Zum letzten Mal Theater vor dem Lockdown, vielleicht sogar die letzte Premiere der Spielzeit: Zwei Tage vor Christoph Marthalers abgesagter Dieter-Roth-Uraufführung «Das Weinen (Das Wähnen)» konnte Leonie Böhm, Hausregisseurin am Schauspielhaus, ihren Büchner-Abend noch herausbringen. Es grenzt an ein Wunder, viele Theater hatten schon geschlossen, und am...
Eva Behrendt Herzlichen Glückwunsch zur Auswahl – und dazu, dass die Quote mit sechs Inszenierungen von Regisseurinnen sogar übererfüllt wurde. Wie ist das gelungen?
Margarete Affenzeller Eigentlich war’s ganz leicht. Es war in letzter Zeit kaum noch die Rede von der Quote, auch nicht in der Schlussdiskussion. Wir waren uns schon im Mai, als Yvonne Büdenhölzer...
