Was fehlt? Widerspruch von den Nachfolgern: Drei KritikerInnen der nächsten Theatertreffen-Jury schreiben, was 2016 fehlt.
Orgelnde Monologe
In Frank Castorfs Dostojewski-Inszenierung «Die Brüder Karamasow» übertreffen sich die exzentrischen Glamrocksolisten
Noch wagen wir uns kaum auszumalen, was in der nächsten Spielzeit alles an Castorf- und Volksbühnenabschiedsfeuerwerken gezündet wird. Zum Ende der letzten gab es bereits ein gewaltiges zu bewundern: Dostojewskis «Die Brüder Karamasow», im Juni uraufgeführt in einer Sargfabrik bei den Wiener Festwochen, im November wieder aufgenommen auf Bert Neumanns stahlgrauer Asphaltschräge am Rosa-Luxemburg-Platz.
Auch wenn wir bis zur Pause, weil des Sitzens auf Sitzsäcken unkundig, hauptsächlich den Tücken der Schwerkraft zu trotzen versuchten und schwere Stoffwülste in unsere Nacken drückten, entging uns nicht, dass hier eines der größten Schauspielspektakel der Saison zu bestaunen war.
Dostojewskis vorrechtsstaatlicher Weltanschauungs- und Kriminalroman, in dem vier Brüder samt beigeordnete Frauen aus unterschiedlichen Perspektiven mit ihrem egoistischen Lebemann-Vater hadern, besteht über weite Strecken aus orgelnden Monologen, in denen abwechselnd das Kreuz mit den Leidenschaften, der Tod Gottes und die Kraft des Mitgefühls beschworen werden – ...
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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Theatertreffen Berlin, Seite 27
von
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Jesko
Malte
Johannes
Konstantin
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Stimmen und Körper
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