A-Cappella aktuell
Die große Treppe im weiträumigen Braunfels-Bau in München ist ein gestuftes Foyer und normalerweise Aufstieg oder Pausenplatz für Museumsbesucher. Der Berliner Künstler Olaf Nicolai machte sie an zwölf Sonntagen zur Bühne, mehr noch zum Schnittpunkt zwischen Architektur, Performance und Musik. Die Feuilletonredaktionen waren irritiert, ob da der Musikkritiker oder der Spezialist für ungewöhnliche Theaterformen zuständig ist.
Im Zweifelsfall galt dann aber Nicolai, der sonst von der Berliner Galerie eigen + art vertreten wird, als insgesamt gattungsambivalenter Künstler aus der Welt der documentas und Biennalen.
Für diese Lieder-Treppe «Escalier du chant» haben zwölf zeitgenössische Komponisten Gesangsstücke zu aktuellen politischen Ereignissen geschrieben. James Saunders bezog sich etwa auf die Londoner Proteste gegen Studiengebühren, die auch über interaktive Netz– werke organisiert waren. In diesem Sinne ließ Saunders von den vorzüglichen Sängern der Neuen Vocalsolisten Stuttgart ein Stück aufführen, dessen vereinfachte Notation das Publikum in einer Art beliebig neu zu faltendem Leporello mit nach Hause nehmen sollte. Wie diese teilnehmende Verbreitung seines Liedes in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Thomas Irmer
Letzte Nacht habe ich nicht geschlafen, weil am Ende meiner Straße so viele Hunde heulten. Am nächsten Morgen heißt es im Radio, dass es 18.000 von ihnen gibt. 18.000 streunende Hunde in einer Stadt. Als ich aus dem Fenster blicke, wühlt jemand in der Mülltonne. Die Tonnen stehen immer offen, auch wenn sie einen Deckel haben. Es ist ein Roma, der wahrscheinlich...
Mit 81 Jahren ist Wilfried Minks wieder da angekommen, wo er anfing. Er verbringt seine Zeit vor allem mit Zeichnen und Malen, so wie er es schon mit vierzehn und fünfzehn Jahren tat, nach der Vertreibung aus dem böhmischen Dorf Binai, fünfzig Kilometer nördlich von Prag (und fünfzig Kilometer südlich von Theresienstadt – von dem, was dort vor sich ging, wusste er...
im Februar 2011 haben wir in einer ausführlichen Umfrage nach Ihren Eindrücken und Verbesserungsvorschlägen für «Theater heute» gefragt. Der Rücklauf war doppelt überwältigend. Fast 1000 Antworten auf lange Fragebögen – so viel Zeit und Aufwand allein beweisen, was Ihnen diese Zeitschrift wert ist. Und die überwältigende Zustimmung zu den redaktionellen Inhalten,...
