Wuppertal, Opernhaus
«Man kann einen Staat erst verstaatlichen, wenn er komplett bankrott ist» – diese aktuelle Sottise zur Euro-Krise stammt von Elfriede Jelinek und wurde 2008 geschrieben. Damals bezog er sich auf die Haftungsübernahme des österreichischen Staates für die wegen zweifelhafter Finanzaktionen in die Krise geratene Gewerkschaftsbank BAWAG.
Jelinek hat mit «Die Kontrakte des Kaufmanns» ein Stück geschrieben, das aus in Deutschland weitgehend unbekannten Anlässen – BAWAG-Affäre, Krise der Meinl-Bank, Hackenmörder von Hietzing – entstanden ist, seine Aktualität aber nicht verliert. Entsprechend häufig wurde es nachgespielt.
«Geld ist nicht alles. Nein, alles ist es nicht, es ist bloß alle.» Das trifft auch das Wuppertaler Theater. Das Geld der Stadt ist zwar alle, die Existenz der Schauspielsparte des Theaters immer noch nicht gesichert, das Schauspielhaus verkommt zur Ruine, aber das Schauspiel in Wuppertal macht mutig weiter. Denn Geld ist nicht alles, wenn es um Kunst geht. Also macht Intendant Christian von Treskow Kunst über Geld und setzt Jelineks Stück auf den Spielplan.
Der Anfang des Abends ist konzentriert und präzise. Drei Clowns sinnieren komisch und tiefsinnig über die ...
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Theater heute Januar 2012
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Gerhard Preußer
Neulich rief ein Intendant beim polnischen Nachwuchsdramatiker Michal Walczak an. Das Theater wolle seine schwarze Komödie «Elchjagd» spielen. Und man habe auch schon eine gute Idee, das Stück umzuarbeiten. Der Elch sei ja eher der Typus eines einsamen Tieres, «für das Stück wäre ein Tier besser, das sympathischer, familienfreundlicher ist ... Wir könnten aus der...
Lässt die französische Hausfrau ihrem Unmut freien Lauf, wissen die Kinder, dass sie sofort ihr Zimmer aufräumen müssen. Immerhin hat die Mama mit ihrem «Oh, le bordell» einen Zustand der größtmöglichen Unordnung markiert, den sie nicht mehr länger zu dulden gewillt ist.
In etwa so ist es auch in Shakespeares «Maß für Maß» und Jean Genets «Der Balkon», die jetzt in...
im Februar 2011 haben wir in einer ausführlichen Umfrage nach Ihren Eindrücken und Verbesserungsvorschlägen für «Theater heute» gefragt. Der Rücklauf war doppelt überwältigend. Fast 1000 Antworten auf lange Fragebögen – so viel Zeit und Aufwand allein beweisen, was Ihnen diese Zeitschrift wert ist. Und die überwältigende Zustimmung zu den redaktionellen Inhalten,...
