1,93 Meter
Der Zürcher Schauspielhaus-Direktor hat ein gesundes Vertrauen in seinen Auftritt: «Ich bin 1 Meter 93 groß, spreche hochdeutsch und drücke mich klar aus.» In dieser darwinistisch knallharten Überlegenheit sah Matthias Hartmann Ende Januar den Grund, dass der historisch einmalige Streik der technischen Angestellten vier Tage dauerte. Tatsächlich, auch dieses Tief kann man am Ende klimatisch erklären.
Allein an der rationalen Rechnerei eines in der Stadtverwaltung längst eingeführten, im Schauspielhaus bislang nie durchgesetzten einheitlichen Lohnsystems entfachte sich nicht die ganze Hitze.
Klartext in Schriftdeutsch
Unter der Direktion Marthaler wurde das Personal teilweise zu Löhnen eingestellt, die sogar unter dem neuen Reglement lagen, das erst unter Hartmann zur Eskalation geführt hat. Stimmt, Christoph Marthaler ist deutlich unter einsneunzig, trägt keine Nadelstreifen und drückt sich auch nicht wahnsinnig klar aus. Doch Hochdeutsch, das kann er. Oder Schriftdeutsch, wie das in der Schweiz heißt und damit das Register der Autorität im Fremden markiert. Nun kann es gut sein, dass das Chrischtöffeli in den Werkstätten die Mundart benutzte, um die Spezialisten im Niedriglohn ...
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Ein schwarzhäutiges Zimmermädchen in der großen Marmorbühnenbox wischt den Boden, wischt und wischt, ihre Bewegung wird langsamer, wird Zeitlupe. Dann, nach einer Vorhangpause voll laut dröhnendem Rauschen: absolute Stille. Als wäre aller Ton weggedreht. Und in der Stille, im grellen, nackten Marmorraum, sitzt allein ein Baby, gerade mal ein paar Monate alt, sitzt...
Wenn sie unterrichtet, steht die «Klavierspielerin» Erika Kohut, so wie Isabelle Huppert sie bei Michael Haneke spielt, gern am Fenster ihres Studierzimmers der Wiener Musikakademie und schaut nach draußen. Das Fenster ist geschlossen, der Raum schalldicht und gefühlsresistent abgedichtet. Eine Welt ohne Welt.
Auf der Bühne des Palais Garnier der Pariser Oper, wo...
Zwei Paare, vier Sterne, ein Apfelbaum. Jana geht mit Kalle; Susann geht mit Anton. Die Sterne sind vermeintliche Designerdrogen und angeschafft, damit man in dieser Nacht mal «was spürt». Der Apfelbaum weist Richtung Sternenhimmel. Susann sagt: «Die Sterne. / Mit der ganzen Zeit, die sie haben. / Hängen da oben rum. / Wie Kinder ohne Zukunft.» Die Vier warten...
