Der schnelle Weg nach Osten
Dieser Trigorin ist nicht von hier. Nicht, dass er keine Manieren hätte, die Sprache nicht beherrschte oder der einzig Blonde unter Brünetten wäre. Es sind Nuancen, die den etablierten Schriftsteller aus Tschechows «Möwe» von der Theaterfamilie unterscheiden, in der er als Freund und Begleiter der Schauspielerin Irina Nikolajewna Arkadina (Eszter Csakanyi) zu Gast ist: Man hört seinem Ungarisch noch die Mühe an, jeden Akzent zu vermeiden.
Man spürt, dass sein Selbstverständnis als Künstler sich deutlich von dem der älteren Arkadina, ihres Sohnes Kostja und dessen Flamme Nina (Annamária Láng) unterscheidet: Er ist reflektierter, kontrollierter, ein Intellektueller unter lauter Gefühlsmenschen. Und wenn er die Spinnenbeine übereinanderschlägt und die schmalen Finger nachdenklich gegen die Lippen tippt, sieht man, dass dieser Trigorin zu seinem Körper ein ähnlich distanziertes Verhältnis pflegt wie zum Clan der Diva, der sich auf dem Landgut ihres Bruders Sorin zusammengefunden hat.
Der Schriftsteller Boris Trigorin hat in Árpád Schillings Inszenierung der «Möwe» mit seinem Darsteller, dem Deutschen Tilo Werner, nicht alles, aber einiges gemeinsam. Beide sind jung und ehrgeizig und ...
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Dafür muss man den Berliner und seine Neigung zum Haushund einfach lieben. Steht zur Nachtzeit nur mit einem Bademantel überm Pyjama ganz jovial auf der Straße, das Bullenbeißerkettchen locker ums Handgelenk geschlungen, und sorgt sich um sein Tier. «Bienchen», brüllt den liebreizenden Kosenamen markerschütternd ins Parkett, und man kann sich lebhaft vorstellen,...
Es ist die Geburt des Theaters aus dem Papier, und sein Erfinder ist einer, zwei, viele, nacheinander, übereinander, gleichzeitig in rasendem Tempo – seine Reise durch die Popwelt dauert 90 Minuten, und ein paar Opern und beseelte Gemälde fallen auch noch dabei ab. Ennio Marchetto heißt der Wundermann, er kommt aus Venedig und ist ein Kind des Karnevals. «Damals»,...
