Sehnsucht nach Widerstand
«Robespierre, möchtest du mit mir in der Seine baden gehen?» Diesen Spruch schrieb Olympe de Gouche vor mehr als 200 Jahren an die Wände des revolutionären Paris. In den Unruhen schlug sich die junge Witwe und alleinerziehende Mutter als Prostituierte durch und: Sie mischte sich ein. Gegen die «Erklärung der Rechte des Mannes und des Bürgers» schrieb sie ihre «Erklärung der Frauen und der Sklaven», in der sie Freiheit und Gleichheit für die gesamte Gesellschaft einforderte. Olympe de Gouche rebellierte gegen die Revolutionäre und endete dafür auf dem Schafott.
Olympe de Gouche ist eine der zahlreichen historischen Gestalten und Verweise in Darja Stockers neuem Theaterstück «Zornig geboren».
Sophie ist intelligent und gutaussehend. Die Welt scheint ihr offen zu stehen. Doch in der champagnerlaunigen Metropolenszene fühlt sie sich fremd und «an der Kante», unter ihr, öffnet sich «ein schwarzes Loch, die Sterne in Herden an seinem Ufer versammelt zur Tränke».
Sophies Vater Thomas ist Lehrer. Für ihn sind Erziehung und Aufklärung letzte Kämpfe einer schon verlorenen Rebellion. Seinen Schülern versucht er, die Zusammenhänge von Politik und Wirtschaft zu vermitteln. In den ...
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Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 176
von Andrea Koschwitz
Dea Lohers Stücke erzählen von Schuld und Verantwortung, von Verrat, persönlichem Versagen und überpersönlichem Unglück, von Verantwortung und dass man ihr nicht gerecht werden kann. Und doch kommt mir fast immer, wenn ich Dea sehe, der leichtfüßige Beginn einer Geschichte von Katherine Mansfield in den Sinn: «Was soll man auch tun, wenn man dreißig ist und beim...
Während sich die deutsche Kritik noch über den Erfolg von «August: Osage County», über die Wiedergeburt des amerikanischen Familienstücks aus dem Geist Eugene O’Neills wundert, räumt Tracy Letts mehrere Generationen umspannendes Epos so ziemlich alles ab, was es in der New Yorker Theaterszene zu gewinnen gibt. Pulitzer-Preis und 5 Tony Awards inklusive.
«August:...
Ein 68er bin ich wahrlich nicht. Für Mitbestimmung hatte ich in den fünfziger Jahren demonstriert, als Teilnehmer von DGB-Kundgebungen. Da ging es darum, die paritätische Mitbestimmung der Arbeitnehmer in der Industrie durchzusetzen. Heraus kam ein Kompromiss: Die erweiterte Mitbestimmung (paritätisch besetzte Aufsichtsräte, Arbeitsdirektoren in den Vorständen)...
