Meisterswinger, Meisterrapper
Auf der Bühne herrscht beträchtlicher Verkehr. Mit Graffiti übersäte Kübelwagen rumpeln ihre Runden, spacke Superhelden in prallengen Kostümen schwirren durchs Terrain, viel Volk und Sänger purzeln die Treppen des Bühnenbildes rauf und runter. Unten am Bühnenrand parken trojanische Pferde, und die Nerven des Publikums werden von Maschinenpistolengarben zerrüttet, die durch die Nacht peitschen. Wo wir sind? In Deutschland natürlich, in Nürnberg, nicht weit vom späteren Reichsparteitagsgelände.
Hier tagen die Meistersinger, eine frühbürgerliche Spießer-Elite, lauter Handwerksmeister, die nach einem ungemein ausgetüftelten Regelwerk um die Wette singen und dichten, als wär’s ein Battle-Rap. Heute aber müssen sie als Gremium über zwei Dinge entscheiden: Darf der adlige Stolzing, der das Singe-Handwerk nicht gelernt hat, nur begabt und beseelt ist, mitmachen? Mit anderen Worten: Wie hält’s der deutsche Bürger mit Genie und Avantgarde? Und: Darf auch mal das Volk oder dürfen nur Profi-Juroren entscheiden, wer’s am besten kann? Am Ende kriegt Deutschland seinen Superstar, und der Superstar kriegt sein Deutschland.
Doch noch ebbt die Raserei nicht ab. Wir sind nämlich nicht nur in ...
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Mit Helden ist das so eine Sache.
Einerseits gilt das Verhältnis zu ihnen hierzulande als gespalten. Besonders, wenn es sich um die germanische Variante dieses Rollenmodells handelt. Erschwerend kommt hinzu, dass die germanischen Sagen heute nicht mehr unbedingt zum Wissenskanon zählen. Oder weiß jemand etwa, wer Hildebrand und Hadubrand waren? Weiß jemand noch,...
Vorbemerkung
Ich kann mir kein geeigneteres Forum als dieses Bonner Festival vorstellen, um über alte und neue Blicke des Westens auf Indien nachzudenken. Schließlich begann Europa in Bonn, auch bekannt als Benares am Rhein, ein systematisches Wissen über Indien zu entwickeln. Und zur Biennale sind Hunderte von Indern nach Bonn gereist, um die Vielfalt und...
Ich wollte unbedingt etwas mit dem Theater zu tun haben», sagt sie, und dass sie sich immer mal wieder frage, ob sie statt Theaterstücken nicht doch Romane schreiben soll. Mit dem Theater hat sie seit ihrem vierzehnten Lebensjahr zu tun, als sie in einem Züricher Jugendclub spielte und irgendwann zusammen mit Freunden auch kleine Theatertexte entwickelte. Jetzt,...
