Ein Urteil fürs Regietheater
Selten, dass sich die Rechtsprechung mit Theaterfragen befasst, erst recht, wenn es um das Verhältnis zwischen Bühne und Publikum geht. Doch keine Regel ohne gelegentliche Ausnahme. So geschehen jedenfalls in Hamburg, wo ein Amtsrichter zu entscheiden hatte, ob ein die «Werktreue» einer Inszenierung vermissender Zuschauer, zuhause angekommen, von der Bühne das Eintrittsgeld zurückfordern kann oder nicht.
Nachdem auch das Landgericht per Beschluss zu erkennen gegeben hatte, dass es der Berufung des in dem Verfahren unterlegenen Klägers keine Aussicht auf Erfolg gebe, ist das erstinstanzliche Urteil nun vor kurzem rechtskräftig geworden (AG Hamburg, Az. 4 C 370/07, LG Hamburg, Az. 309 S 53/08).
Kein Happy End
Worum ging es? In einer Aufführung des Thalia-Theaters von Shakespeares «Viel Lärm um Nichts», entstanden als Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, hatte der junge Bühnen-Regisseur nicht nur den Text modernisiert und in die Sprache heutiger Jugendlicher, einer Art Motorrad-Gang, transferiert, sondern ihm auch einen vom Original deutlich abweichenden Schluss gegeben. Statt Happy End und vergnüglicher Auflösung der Komödie geriet dieser nun tragisch. Nicht die ...
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Nicht, dass wir die Vielfalt männlicher Ausdrucksformen bisher unterschätzt hätten: Hochfrequentiges Beckenkreisen, unterhaltsame Muskelspiele am Waschbrettbauch oder auch die Präsentation irisierender Boxershorts gehören zum gern gesehenen Basisrepertoire auf Theaterbühnen. Den Macho-Posen-Katalog für Fortgeschrittene allerdings, den Monika Gintersdorfer und Knut...
Nacht vom 16. auf den 17.2. 2001 und Morgen 6 Uhr 35
Grausam. Gegen 23 Uhr wankte ich zum 1. Mal nach unten, auf der Treppe begegnete ich einer Ärztin, die mich ziemlich verstört den Hosenstall zumachen sah, ich wollte mich einfach richtig anziehen, danach Streit mit demWachmann, der mich nicht in den Fernsehraum lassen wollte, ekelhaft, reine Schurigelei, es sei...
O Gott, wenn die mich jetzt erschießen …» Es war Todesangst, die Heidelore Rutz packte, als man sie am 30. Juli 1975 nach einer Demonstration von Ausreisewilligen in Jena verhaftete und in den Keller einer Stasi-Station warf. Was folgte, waren die Qualen der Verhöre, der Angst, Ungewissheit, Gewalt; dann ein Prozess und jahrelanger Knast mit Schwerstarbeit im...
