Ein Urteil fürs Regietheater
Selten, dass sich die Rechtsprechung mit Theaterfragen befasst, erst recht, wenn es um das Verhältnis zwischen Bühne und Publikum geht. Doch keine Regel ohne gelegentliche Ausnahme. So geschehen jedenfalls in Hamburg, wo ein Amtsrichter zu entscheiden hatte, ob ein die «Werktreue» einer Inszenierung vermissender Zuschauer, zuhause angekommen, von der Bühne das Eintrittsgeld zurückfordern kann oder nicht.
Nachdem auch das Landgericht per Beschluss zu erkennen gegeben hatte, dass es der Berufung des in dem Verfahren unterlegenen Klägers keine Aussicht auf Erfolg gebe, ist das erstinstanzliche Urteil nun vor kurzem rechtskräftig geworden (AG Hamburg, Az. 4 C 370/07, LG Hamburg, Az. 309 S 53/08).
Kein Happy End
Worum ging es? In einer Aufführung des Thalia-Theaters von Shakespeares «Viel Lärm um Nichts», entstanden als Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, hatte der junge Bühnen-Regisseur nicht nur den Text modernisiert und in die Sprache heutiger Jugendlicher, einer Art Motorrad-Gang, transferiert, sondern ihm auch einen vom Original deutlich abweichenden Schluss gegeben. Statt Happy End und vergnüglicher Auflösung der Komödie geriet dieser nun tragisch. Nicht die ...
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Franz Wille Philipp Löhle, zuletzt haben wir vor gut einem Jahr gesprochen. Seitdem haben Sie eine rasante Jungdramatiker-Karriere gemacht. Zwei große Stücke – «Lilly Link» und «Die Kaperer» – sind uraufgeführt worden, es gibt auch schon Nachspiele an wichtigen Bühnen wie dem Münchner Volkstheater; außerdem nennenswerte Preise, eine Nominierung zu den Mülheimer...
Geboren 1944 zu Sangerhausen in Thüringen, gestorben 2001 in Berlin. Der Regisseur, Schriftsteller, Bühnenbildner, Maler und manische Tagebuchschreiber, der 1976 die DDR verließ, hat in den 80er und 90er Jahren Publikum und Kritik gespalten in rasende Bewunderer und wütende Verächter. Zuletzt arbeitete er vor allem am Berliner Ensemble, am Wiener Burgtheater und...
