Spiel mit dem Feuer
Für einen Ort, an dem ein Theater der Superlative entsteht, sieht die Pastorijstraat 23 eher unscheinbar aus. Das Probenzentrum von Jan Fabres Performance-Truppe Troubleyn, benannt nach dem Mädchennamen seiner Mutter Helena, befindet sich im ehemaligen Antwerpener Arbeiterviertel nordöstlich des Hauptbahnhofs. Fabre ist hier um die Ecke aufgewachsen, als Sohn des städtischen Gärtners Edmond Fabre. Eine traditionell eher raue Gegend, heute von türkischen Bäckern, afrikanischen Barbieren und arabischen Handyshops geprägt; die Gentrifizierung steckt noch in den Kinderschuhen.
Die Troubleyn-Factory verbirgt sich hinter einer unauffälligen Metalltür. Durch Betonelemente und Glaswände verbindet sie ein altes katholisches Stadtteiltheater mit einer ehemaligen Schule: Die Stadt Antwerpen hat beides ihrem wahrscheinlich prominentesten Künstler für 30 Jahre und zur freien Gestaltung zur Verfügung gestellt.
Seit knapp einem Jahr bereiten sich Jan Fabre und seine Truppe hier auf «Mount Olympus. To glorify the cult of tragedy. A 24 hours performance» vor, eine globale Koproduktion der Concertgebouw Brugge, von Julidans Amsterdam, Romaeuropa, dem Festival Internacional de Teatro Buenos Aires ...
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Theater heute Juni 2015
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Eva Behrendt
Buch
(5 ingredientes de la vida)
Es ist nicht auszudenken,
was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen kann,
wenn wir sie ihm ganz überlassen.
Blaise Pascal
ist min leben mir getroumet/ oder ist ez war?
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(1966)
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3...
Unheimlich wirkt Budapest in diesen ersten Filmbildern. Die Kamera folgt einem jungen Mädchen auf seinem Fahrrad durch die menschenleeren Straßen, vorbei an einem Auto mit offenen Türen; die Warnleuchten blinken. Plötzlich biegt in einer ebenso großartigen wie beängstigenden Massenchoreografie eine gewaltige Hundemeute um die Ecke und hetzt hinter dem Mädchen her....
Ein dunkler, durchsichtiger Screen verschattet die Szene. Darauf erscheint der Stücktitel, «Jean Genet, Die Zofen», wie aufgemalt, ein schreiend weißes Schriftbild, wie es die Film-noir-Typografen der 40er liebten. Schon fährt eine subjektive Livecam auf nackte Frauenschulterblätter zu, ein grausiger Handschuh greift mordlüstern ins Bild, die Dame am Schminktisch...
