Winterlicht
Der berufliche Tanz ist nicht unbedingt der private. Wenn ich nach einer Vorstellung die Möglichkeit zum Tanzen vorfinde, denke ich manchmal: «Danke, hab ja schon.» Als noch die Sonne schien, verspürte ich auf einer Marathonveranstaltung beim Dortmunder Festival «Favoriten» nach zwölf Stunden Dauertanz nur noch einen Wunsch: mit dem Rollstuhl an eine Bar gebracht zu werden. Dann habe ich aber doch noch bis in die frühen Morgenstunden «privat» weitergetanzt. Vielleicht hat der Licht-Level der helleren Jahreszeit meine Energiereserven aktiviert.
Momentan aber laufen bei vielen von uns die Akkus leer, wir schlagen uns saisonal bedingt im Standby-Modus durch. Winterlicht heißt, als Tänzer mit sich zu kämpfen, immer zwischen emotionaler Vereinnahmung und Selbstvorwürfen zu schwanken. Alles erscheint dunkelgrau und wirkt wie ein hochgradig herausfordernder bis zermürbender Hindernis-Parcours. Das löst immerhin eine zärtliche «Man-müsste»-Melancholie in einem aus, ebenso allerdings die Gewissheit, an allen guten Vorsätzen zu scheitern.
Jetzt heißt es, mit sich selber in Kontakt zu treten, ohne jedoch durch allzu irritierendes Verhalten unangenehm aufzufallen. Hier ein paar Übungen, ...
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Tanz Februar 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Martin Clausen, Schauspieler, Performer, Regisseur
Nicht jede private Berliner Ballettschule darf ihre Weihnachtsproduktion auf der riesigen Bühne der Deutschen Oper aufführen. Die mit dem Zusatz «am Staatsballett» genießt dieses Privileg, obwohl sie mit Berlins ruframponierter Renommierkompanie nur das Dach über dem Kopf gemein hat. Trainiert werden die in vier Klassen geteilten rund 70 Kinder von 6 bis 18 im...
Kate McIntosh macht glücklich. Sie gibt dem Publikum, wonach es sich sehnt: Gemeinschaftserlebnisse, die die Sinne, den Humor und die Intelligenz ansprechen. Im Stiften von Komplizenschaft ist sie Meisterin. So gerät ihre neue Performance «In many hands» zum ästhetisch durchkomponierten Selbsterfahrungstrip zwischen Waldorfschule und Laien-Labor.
Unser...
Sie fühlt sich an wie Bimsstein, sieht aus wie die Membran einer weißlichen Koralle, ist von Rillen und Furchen in zigtausendfacher Ausfertigung durchzogen und soll Hamburgs neues Wahrzeichen in die Weltliga der Konzerthäuser führen: die Gipsplatten-Verschalung, die der Akustiker Yasuhisa Toyota für die Wände der Elbphilharmonie entworfen hat. Organisch fügt sich...
