Winterlicht

Tanz - Logo

Der berufliche Tanz ist nicht unbedingt der private. Wenn ich nach einer Vorstellung die Möglichkeit zum Tanzen vorfinde, denke ich manchmal: «Danke, hab ja schon.» Als noch die Sonne schien, verspürte ich auf einer Marathonveranstaltung beim Dortmunder Festival «Favoriten» nach zwölf Stunden Dauertanz nur noch einen Wunsch: mit dem Rollstuhl an eine Bar gebracht zu werden. Dann habe ich aber doch noch bis in die frühen Morgenstunden «privat» weitergetanzt. Vielleicht hat der Licht-Level der helleren Jahreszeit meine Energiereserven aktiviert.



Momentan aber laufen bei vielen von uns die Akkus leer, wir schlagen uns saisonal bedingt im Standby-Modus durch. Winterlicht heißt, als Tänzer mit sich zu kämpfen, immer zwischen emotionaler Vereinnahmung und Selbstvorwürfen zu schwanken. Alles erscheint dunkelgrau und wirkt wie ein hochgradig herausfordernder bis zermürbender Hindernis-Parcours. Das löst immerhin eine zärtliche «Man-müsste»-Melancholie in einem aus, ebenso allerdings die Gewissheit, an allen guten Vorsätzen zu scheitern.

Jetzt heißt es, mit sich selber in Kontakt zu treten, ohne jedoch durch allzu irritierendes Verhalten unangenehm aufzufallen. Hier ein paar Übungen, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

tanz_02_2017

Tanz Februar 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Martin Clausen, Schauspieler, Performer, Regisseur

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ans Tanzquartier Wien

Das Tanzquartier Wien ist wieder unter der Haube. Zur Erinnerung: Erst war es mit Sigrid Gareis vermählt, die zweite Ehe mit Walter Heun läuft mit dieser Saison aus. Der dritte Bund wird zu Beginn des kommenden Jahres wirksam – mit Bettina Kogler, die zuvor neun Jahre lang das Festival «imagetanz» des Wiener Theaters brut geleitet hatte. Ab 2013 widmete sie sich...

Reader

Kollaboration? War das Thema nicht schon im letzten Jahrzehnt durch? Fragt die Tanzdramaturgin Bojana Cvejic. Reden wir etwa schon wieder von Derrida, Agamben, Rancière? Fragt die Theaterwissenschaftlerin Christel Weiler. Diesmal nicht. 2013 beendete der Putsch in Ägypten den Arabischen Frühling. Die Tanzkuratoren Silke Bake und Peter Stamer fragten in Kairo nach...

Wien

Längst ist es aus mit der Illusion von Ballett-Fluffigkeit für Noé Soulier. Das Stück hat noch gar nicht richtig angefangen, da ist dieser «fait», dieser Fakt schon mal klar. Die Tänzer seines neuen Stücks «Faits et Gestes» kommen bei der Uraufführung im PACT Zollverein Essen mit einem extra langen Auftritts-Marsch von hinten durch den Zuschauerraum auf die Bühne....