Winterlicht
Der berufliche Tanz ist nicht unbedingt der private. Wenn ich nach einer Vorstellung die Möglichkeit zum Tanzen vorfinde, denke ich manchmal: «Danke, hab ja schon.» Als noch die Sonne schien, verspürte ich auf einer Marathonveranstaltung beim Dortmunder Festival «Favoriten» nach zwölf Stunden Dauertanz nur noch einen Wunsch: mit dem Rollstuhl an eine Bar gebracht zu werden. Dann habe ich aber doch noch bis in die frühen Morgenstunden «privat» weitergetanzt. Vielleicht hat der Licht-Level der helleren Jahreszeit meine Energiereserven aktiviert.
Momentan aber laufen bei vielen von uns die Akkus leer, wir schlagen uns saisonal bedingt im Standby-Modus durch. Winterlicht heißt, als Tänzer mit sich zu kämpfen, immer zwischen emotionaler Vereinnahmung und Selbstvorwürfen zu schwanken. Alles erscheint dunkelgrau und wirkt wie ein hochgradig herausfordernder bis zermürbender Hindernis-Parcours. Das löst immerhin eine zärtliche «Man-müsste»-Melancholie in einem aus, ebenso allerdings die Gewissheit, an allen guten Vorsätzen zu scheitern.
Jetzt heißt es, mit sich selber in Kontakt zu treten, ohne jedoch durch allzu irritierendes Verhalten unangenehm aufzufallen. Hier ein paar Übungen, ...
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Tanz Februar 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Martin Clausen, Schauspieler, Performer, Regisseur
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