Figure Humaine
Sie fühlt sich an wie Bimsstein, sieht aus wie die Membran einer weißlichen Koralle, ist von Rillen und Furchen in zigtausendfacher Ausfertigung durchzogen und soll Hamburgs neues Wahrzeichen in die Weltliga der Konzerthäuser führen: die Gipsplatten-Verschalung, die der Akustiker Yasuhisa Toyota für die Wände der Elbphilharmonie entworfen hat. Organisch fügt sich das Ingenieurwunder ins architektonische Ambiente von Herzog & de Meuron. Deren skandalumwobenes Gebäude ist, kaum eröffnet, bereits ein Publikumsmagnet, die komplette Veranstaltungssaison ausverkauft. Genius loci.
Die glasverspiegelte Residenz mit dem wellenförmigen Dach, die neben Konzertsälen auch Luxusapartments und ein Hotel der Spitzenklasse beherbergt, thront majestätisch über der Elbe und beherrscht die Silhouette der Hafencity. Selbst nüchterne Hanseaten können so viel Schönheit nicht widerstehen, die Stadt hat sofort vergessen und umgehend verziehen: die Kostenexplosion bis fast an die 800-Millionen-Euro-Marke, diverse Baustopps und Planungspfusch.
Sie fühlt sich an wie eine große musikalische Schwingung, sieht aus wie eine von Unterwasserströmungen bewegte Koralle, kommt dann und wann zum Stillstand und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«The Red Shoes» (1948) des Filmemacher-Duos Michael Powell und Emeric Pressburger gilt noch immer als der wirkungsvollste Tanzfilm aller Zeiten. Generationen von jungen Leuten hat er dazu bewegt, eine Ballettkarriere anzustreben. Inzwischen besitzt der Film freilich auch dokumentarische Qualität, gewährt er doch Einblicke nicht nur in die leicht schäbigen...
Na also, geht doch! Man braucht nicht viel Fantasie, um sich ähnliche Reaktionen auf die Vergabe des Preises vorzustellen, mit dem die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg 2017 zum zweiten Mal freie Tanz- und Theaterensembles fördern. Denn obwohl die freie Szene in der Landeshauptstadt seit Jahren um eine eigene Spielstätte und die damit verbundene...
Tanzwelten
Mit den «Rhythmen der Völker» beschäftigt sich in diesem Jahr das Musikfestival «La Folle Journée de Nantes». Arte überträgt am 5. Februar das Abschlusskonzert und beendet den «tollen Tag» nicht à la Beaumarchais, dessen gleichnamiges Stück einst einem gewissen Mozart als Vorlage seines «Figaro» gedient hat, sondern setzt mit «Schwanensee reloaded» von...
