Kortrijk: On tour

Kate McIntosh «In many hands»

Tanz - Logo

Kate McIntosh macht glücklich. Sie gibt dem Publikum, wonach es sich sehnt: Gemeinschaftserlebnisse, die die Sinne, den Humor und die Intelligenz ansprechen. Im Stiften von Komplizenschaft ist sie Meisterin. So gerät ihre neue Performance «In many hands» zum ästhetisch durchkomponierten Selbsterfahrungstrip zwischen Waldorfschule und Laien-Labor. 

Unser Forscherdrang braucht dazu einen strengen Rahmen. Und freie Hände: Ringe, Armbänder und Uhren bleiben in der Garderobe, die Ärmel werden hochgeschoben.

In einem religiös anmutenden Ritual führt McIntosh die Zuschauer zu einem edlen Bottich, wo sie sich die Hände waschen. Auf der Bühne erinnern drei lange Tischreihen mit weißen Tüchern, sternförmig angeordnet, an ein Abendmahl. Andächtig nimmt man Platz auf Holzhockern. Zum Anwärmen macht die Neuseeländerin mit der markanten Ponyfrisur minimalistische Gesten vor, bis man in einer Haltung verharrt: Nachbarn legen ihre Handrücken auf dem Tisch ineinander. Auf schlichte Weise entsteht ein fili­granes Fresko. Die Dinge, die McIntosh jetzt aus Kartons holt und zum Erkunden durchreicht, unterbrechen es zwangsläufig. «In many hands» liegt nun in den Händen der Zuschauer.

Unspektakuläre ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

tanz_02_2017

Tanz Februar 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 42
von Bettina Trouwborst

Vergriffen
Weitere Beiträge
Audition

Goyo Montero, gerade läuft eine Audition am Staatsballett Nürnberg. Wie viele Tänzer haben sich beworben? Knapp 300 haben uns geschrieben, 100 habe ich eingeladen. Das bedeutet, wir haben für zwei Positionen fast 300 Videos gesichtet und die Lebensläufe gelesen, um zu sehen, ob diese Leute für unsere Kompanie funktionieren könnten.

Was machen die 200 Leute falsch,...

Leverkusen

Als Tänzer tritt er heute nur noch wohldosiert in Erscheinung. Der Bühne bleibt er dennoch treu. Mikhail Baryshnikov widmet seine beeindruckende Erfahrung als Performer inzwischen vornehmlich anderen Projekten – aktuell zu Ehren seines Freundes, des exilierten russischen Dichters Joseph Brodsky, der 1996 verstarb.

Für die Produktion «Brodsky/Baryshnikov», in Szene...

Gender ohne Sex

Zeitgenössischer Tanz in Russland? Nicht wenige werden denken: Gibt‘s doch gar nicht! Denn was die Tanzbühne betrifft, dominiert das Ballett die Szene wie das Image der Kunst weit über die nationalen Grenzen hinaus. Tatsächlich kann die Danse d‘école auf eine (zaristisch veredelte) Tradition von mehreren Jahrhunderten zurückblicken, während der zeitgenössische Tanz...