Spiegelbilder
Gesellschaftstanz – ein alter Zopf?
Von wegen! Wir stimmen Sie mit einem klassischen Theaterausflug auf die neue Serie ein. Und in den nächsten Monaten besuchen wir Ballsäle, Tanzschulen und Turniere, wir unterhalten uns mit Wertungsrichtern und Lehrerdynastien – und erzählen vom queeren Amüsement beim Tanztee.
Wenn Guy Vandromme in Raimund Hoghes jüngster Produktion auf dem linkerhand platzierten Konzertflügel die ersten Akkorde von Ravels titelgebendem «La Valse» anschlägt, werden durch großzügige Pedalisierungen in den tiefen Registern und perlende Arpeggios in den hohen Lagen fulminante Orchesterklänge beschworen. Währenddessen liegt Hoghe rechts hinten auf der Bühne, das Gesicht ab- und den Rücken dem Publikum zugewandt: Verloren in der Weite des Raums, stumm und reglos, scheinbar leblos kontrastiert sein Körper die Klangmassen, die eine sich im Walzertaumel verlierende Tanzgesellschaft suggerieren. Trotz oder gerade wegen dieser Anmutung lehnte einst Serge Diaghilew, der die Komposition für seine Ballets russes in Auftrag gegeben hatte, eine (herkömmliche) tänzerische Umsetzung ab. Seiner Meinung nach hatte Ravel nicht die Vorlage für ein Ballett, sondern allein dessen – ...
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Tanz April 2017
Rubrik: Serie: Gesellschaftstanz, Seite 64
von Stephanie Schroedter
Was für eine Unternehmung! «Faust II», der in der Theaterwelt schon als unspielbar gilt und für dessen Inszenierung Regisseure regelmäßig Prügel beziehen – ausgerechnet «Faust II» also als Ballett? Eine verrückte Idee. Verrückter noch, als Tolstois «Krieg und Frieden» oder Thomas Manns «Zauberberg» auf die Tanzbühne zu schubsen. Beides hat Dortmunds Ballettdirektor...
Gastspielförderung: Tanzland
Die Kulturstiftung des Bundes legt ein neues Tanzförderprogramm auf: Feste und freie Kompanien sollen sich auf jeweils drei Jahre mit einem der 375 Häuser zusammentun, die hierzulande als reine Gastspielbetriebe firmieren. «Tanzland» heißt das Projekt, unterstützt werden Antragsteller mit maximal 100 000 Euro für die Kunst und noch...
Stil
Man hat ihn, oder man hat ihn nicht – den eigenen Stil. Auch die Zugehörigkeit zu einer Tanzrichtung zwischen ultraklassisch und urbanmetropolitan wird als «Stil» etikettiert. Aber ist das überhaupt noch zeitgemäß? Fragen wir Katja Schneider, die beim Festival «DANCE» in München ein Stil-Symposium ausrichtet.
Makrobiotik
Anne Teresa De Keersmaeker ist nicht nur...
