schwarz auf weiß
Dieser Mann ist ganz in Weiß gekleidet, mit schwarzer Farbe bekleckert und tanzt in einer schwarz bespritzten white box. Rachid Ouramdane heißt er, Tänzer, Choreograf und Model für das «Performance Painting #2» des bildenden Künstlers Nicolas Floc’h. Am Anfang steht noch ein makelloser Ouramdane im schneeweißen Raum. Dann tropft schwarze Farbe von der Decke auf seine Schultern. Das stört. Er reagiert. Wenn er Kopf, Arme und Oberkörper bewegt, spritzt die Farbe.
Die Bewegung seines Körpers erzeugt das Gemälde – wie jedes traditionelle Gemälde auch nur durch Körper-bewegung entstehen kann. Dieses per Video dokumentierte Action-Painting steht im Pariser Centre Pompidou und seiner Ausstellung «Danser sa vie» genau vis-à-vis von Jackson Pollock, dem Ur-Meister des Action-Painting. Der bearbeitet hier ininstinktiven, auch nervösen Gesten seine Leinwand. Nein, Pollock war kein Tänzer. Dafür ist es etwas weiter rechts im Ausstellungsraum die legendäre Trisha Brown. In «This Is a Draw» betanzt sie selbstbewusst mit Händen und Füßen ein weißes Blatt. Ganz sicher nicht als Model wie in «Anthropométrie de l’époque bleue», in der einst Yves Klein einen nackten weiblichen Körper als Pinsel ...
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Tanz Januar 2012
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Elena Basteri
«Hell is empty!», faucht es aus der Ecke. «And all the devils are here.» In dieser kalkweißen Bühnenwelt geht das Böse um. Nur: Wer oder was ist es? Die weiß maskierten Herren mit den Pappschwertern? Eric Beauchesne, der Mann mit dem Fünftagebart, der zu Beginn geduldig am Bühnenrand Pappschiffchen faltet? Oder Sandra Marin Garcia als Luftgeist Ariel, dessen...
Am Ende dieses Dreierprogramms kullert die leichte Muse herbei: Die Wiesbadener Tänzer geben sich in Kleidern und Kniebundhosen und mit staubenden Perücken der Musik Wolfgang Amadeus Mozarts hin, in «Sechs Tänze», Jiří Kyliáns Evergreen von 1986.
Hurtiges Tempo bei kleinstteiliger Präzision kennt man auch von Stephan Thoss. Als nehme er sich die Partygesellschaft...
Was sie lehrte und wofür sie brannte, verkörperte Gill Clarke mit Grazie. Die Intelligenz des Körpers zu enthüllen, ihn durchlässig und «sehbar» zu machen, war ihre Mission. Sie nannte ihre Forschungsreise «Mind in Motion» oder «Minding Motion». Ihr Unterricht blühte in einem Klima von Offenheit und Bereitschaft, das Selbst wie ein Instrument zu stimmen. Dieser...
