Salzburg: Reginaldo Oliveira «Othello»
Reginaldo Oliveira, der beim Badischen Staatsballett unter den Fittichen von Birgit Keil sein choreografisches Talent erprobte, ist seit einem Jahr Ballettchef am Salzburger Landestheater – und macht seine Sache gut. Statt Ausstattungsschinken zu inszenieren, setzt er auf dramatische Stoffe in nüchtern gestalteten Bühnenräumen und legt sein Augenmerk darauf, das bewegte Innenleben seiner Charaktere allein mittels Tanz sichtbar zu machen.
Sein choreografisches Salzburg-Debüt gab er mit «Medea – der Fall M».
Nun setzt er mit «Othello» nach, einem Kammerspiel auf der von Sebastian Hannak mit grau-beigen Wohn-Quadern möblierten Drehbühne. Ihm gelingt dabei, woran andere gemeinhin scheitern: die handelnden Personen eines abendfüllenden Handlungsballetts tatsächlich wie Menschen aussehen zu lassen. Das ist schon deshalb nicht leicht, weil Oliveira sicherlich die berühmten «Othello»-Versionen von José Limón und John Neumeier im Hinterkopf hat. Seine besondere Gabe ist es, einfache, leicht verständliche Gesten und Bewegungen für komplexe Handlungen und Gefühle zu finden, hier stimmungsvoll aufgeladen von Lera Auerbachs Präludien für Violoncello und Klavier sowie trefflich ausgesuchten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2018
Rubrik: Kritik, Seite 50
von Eva-Elisabeth Fischer
Schon beim Ballett «Le Sacre du printemps» gab’s die Musik nur am Klavier. Und auch für «Beethovens Neunte» wählt Mauro de Candia eine Transkription, und das aus innerer Überzeugung – und nicht etwa aus praktischen Erwägungen, weil das Original mit Orchester, Chor und Gesangssolisten an einem Theater wie dem von Osnabrück als Repertoire-Aufführung kaum machbar...
Spitzenschuhe gibt es schon eine ganze Weile in allen Farben des Regenbogens. Grishko zum Beispiel bietet von kanariengelb bis azurblau alles an, was das Auge anspringt – zumindest im Vergleich zu den rosé-farbenen Satin-Modellen, die den Markt monopolartig beherrschen. Manche Hersteller haben sich auch an das neue, diverse Erscheinungsbild des Balletts...
Im Grunde ist sie schon eine etwas ältere Dame – die Tänzerinnenfigur, deren Silhouette sich im Netz unablässig und abrufbereit um die eigene Achse dreht. Auf YouTube findet man bis zu zehn Jahre alte Postings dieses verblüffenden Videos, das Betrachter bis heute in zwei Lager spaltet.
Eine empirisch ermittelte Mehrheit sieht, dass sich die scherenschnitthafte...
