Downbeat
Jacob Höhne, wie kam es zu einem Theater für Menschen mit Down-Syndrom?
RambaZamba wurde in Berlin von Gisela Höhne und Klaus Erfurth gegründet, dem damaligen Regisseur am Deutschen Theater. Moritz Höhne, mein Bruder, der auch hier im Ensemble ist, wurde mit Trisomie 21 geboren. In der DDR war die Förderung dieser Menschen gleich null. Die Ärzte sagten nach der Geburt: Sollen wir das Kind nicht gleich wegtun? Auch Tagesstätten haben diese Kinder nicht gefördert: «Sie können nichts und werden auch nie etwas können», hieß es.
Gisela, eine promovierte Theaterwissenschaftlerin und Schauspielerin von der Ernst-Busch-Schule, kam mit ihrem Mann Mitte der 1980er-Jahre auf die Idee, mit solchen Jugendlichen eine Zirkustruppe zu gründen – nicht ausschließlich für Heranwachsende mit Down-Syndrom, sondern bezogen auf ein größeres Spektrum. Zuerst arbeiteten sie im Artistik-Bereich. Die Jugendlichen machten also das Gegenteil dessen, was über sie behauptet wurde: Sie konnten sehr wohl etwas.
Jonglieren?
Genau. Und sie spielten den Löwen-Dompteur, den Hochseil-Artisten, selbst wenn sie nicht auf dünnstem Seil tanzten. Sie lehnten sich an Federico-Fellini-Filme an, an traurige Clown-Gestalten. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2018
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Arnd Wesemann
Die einstige Ballerina in Maurice Béjarts Kompanie, Ornella Balestra, steht hinter dem kleinen, buckligen, krumm ins Leben gebauten Raimund Hoghe, führt seine Hände wie die einer Puppe und greift mit ihm zum Mond und zu den Sternen. «La luna», sagt sie leise, und «le stelle», und während eines kurzen, unendlichen Moments, dem Höhepunkt dieser ungemein behutsamen...
Spitzenschuhe gibt es schon eine ganze Weile in allen Farben des Regenbogens. Grishko zum Beispiel bietet von kanariengelb bis azurblau alles an, was das Auge anspringt – zumindest im Vergleich zu den rosé-farbenen Satin-Modellen, die den Markt monopolartig beherrschen. Manche Hersteller haben sich auch an das neue, diverse Erscheinungsbild des Balletts...
Wer 2016 die Art Basel besucht hat, erkennt das Bühnenbild in Göteborg auf Anhieb wieder. Die eng bepackten Bücherregale mit namenlosen Bänden um einen Seerosenteich. Das Chesterfield-Sofa, den Konzertflügel, das anonyme Grau: Für Sidi Larbi Cherkaouis neues Tanztheater «Stoic» hat der bildende Künstler Hans op de Beeck seine begehbare Installation «The Collector’s...
