Entwaffnend
Sia Kate Isobelle Furler, kurz Sia, stürmt in regelmäßigen Abständen die Charts. Ihre R&B-Balladen und angejazzten Songs gehören zum Feinsten, was der Weltpop derzeit zu bieten hat. Dem Tanz ist die bald 43-jährige Australierin von jeher zugetan, und dass sich das auch kommerziell bezahlt macht, zeigt ihr jüngstes Koop-Projekt: Im Frühjahr wird sie bei «Repetto», der einst mit Schläppchen und Spitzenschuhen groß gewordenen Pariser Modemarke, eine eigene Linie herausbringen.
Als Promo dafür schrieb und sang Sia «I´m still here», Hymne aufs Überleben trotz aller Kämpfe mit dem eigenen Ego und dem anderer Leute. Und dann … ist daraus etwas ganz anderes entstanden.
«Enough» heißt das YouTube-Video, das der Regisseur Ezra Hurwitz, der Tänzer Robbie Fairchild und der Choreograf James Alsop Sias Elegie unterlegt haben. Es zeigt 130 Kids zwischen 7 und 17, die tanzend mobil machen: gegen Waffenbesitz und Waffengewalt. Damit finden die Protestmärsche Jugendlicher, die im Anschluss an das letzte High-School-Shooting auf die Straße gingen, einen hochpotenten Verstärker.
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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Side Step, Seite 23
von Dorion Weickmann
Monte-Carlo: En compagnie de Nijinsky
So lange ist es noch nicht her, dass Jeroen Verbruggen sich eine Rolle Vaslav Nijinskys zu eigen machte – in «Le Spectre de la rose», von Marco Goecke sozusagen auf seinen Leib choreografiert. Die Nijinsky-Hommage steht erneut auf einem Programm der Ballets de Monte-Carlo – allerdings: Verbruggen tanzt nicht mehr, er...
Als wär’s ein Stück von ihm. Erst am Schluss wendet sich Arkadiusz Glebocki direkt ans Publikum und scheint das ganze Theater als eine poetische Projektion zu entlarven. Er allein, Drosselmeier, hat die Geschichte vom «Nussknacker und Mausekönig» erdacht zum Nutzen und Frommen eines Publikums, das während der Weihnachtszeit alles Wirkliche am liebsten verdrängen...
Das Ballett Vorpommern knackt diesmal nicht die Nuss. Das hat es seit 1999 immer wieder einmal getan. Stattdessen zeigt das Ensemble als ultimatives Festtagsprogramm «Weihnachten – Das Ballett», d. h. einen «Bunten Teller», wie Ralf Dörnen sagt, den er mit Besinnlichem und Berührendem, Kuriosem und Kurzweiligem bestückt.
Klar, dass sich das Weihnachtsoratorium...
