Nachwuchs
Seit 2013 unterhält Het Nationale Ballet in Amsterdam eine Junior Company: Zwei Jahre lang können Nachwuchstänzer hier erste Bühnenerfahrung sammeln. Ein Erfolgsmodell, stammt doch bereits ein Viertel der Het Nationale-Belegschaft aus diesem Beiboot. Das bekannteste Gesicht ist sicher Michaela DePrince. Die dunkelhäutige Tänzerin hat blitzschnell Solisten-Status erlangt und tanzte bereits Hauptpartien in «Coppélia» und «Nussknacker».
Das neue Programm «Juniors Go Dutch» enthält mit einem Ausschnitt aus Petipas «Le Corsaire» nur einen einzigen Traditionsschnipsel.
Hauptsächlich werden zehnminütige Choreografien geboten, darunter Kreationen von Hans van Manen, Rudi van Dantzig und Toer van Schayk, die das Erscheinungsbild von Het Nationale entscheidend geprägt haben. Van Manens «Trois Gnossiennes» zeichnet sich durch Präzision, Klarheit und gezügelte Emotion aus, Rudi van Dantzigs «Autumn Haze» dagegen ist expressiv und romantisch gefärbt. Toer van Schayk hat sogar persönlich mit den fünf Tänzern seines kraftvollen Quintetts «Ephebe» gearbeitet. Ein weiterer neoklassischer Tanzschöpfer, der frühere künstlerische Leiter von Dance Works Rotterdam, Ton Simons, hat schließlich mit «8 ...
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Tanz April 2017
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Marcelle Schots
Man hat seinen Sitzplatz noch nicht gefunden im Theater, da riecht es schon nach Provokation: beißender Tabakgeruch verpestet die Luft, der «Duft des Todes», wie es später heißt. Denn die fünf Grazien, die auf Jochen Rollers rotlichtgefluteter Bühne auf- und abschlendern, sich die Nylonstrümpfe hochrollen und die Handtäschchen schwenken wie Bordsteinschwalben aus...
Was für eine Unternehmung! «Faust II», der in der Theaterwelt schon als unspielbar gilt und für dessen Inszenierung Regisseure regelmäßig Prügel beziehen – ausgerechnet «Faust II» also als Ballett? Eine verrückte Idee. Verrückter noch, als Tolstois «Krieg und Frieden» oder Thomas Manns «Zauberberg» auf die Tanzbühne zu schubsen. Beides hat Dortmunds Ballettdirektor...
Newcomer: Christian Bauch
Die Ballettwelt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, hat noch niemandem geschadet. Christian Bauch riskiert den Perspektivwechsel, und das in «COW» (tanz 4/16) von Alexander Ekman auf allen vieren: sozusagen eine Kuh verkörpernd, die nicht aufs Maul gefallen ist. «Schönen guten Abend, meine Damen und Herren», lässt sie sich gleich...
