Meg Stuart mit «It’s not Funny!»

Berlin

Tanz - Logo

Schon klar, ihren Weg von den Anfängen im Freien über die Residence an Marthalers Zürcher Schauspielhaus und die Partnerschaft mit der zumindest noch in revolutionärer Restwärme vor sich hinglimmenden Volksbühne bis zu den Salzburger Festspielen will sie nicht als Aufstieg ins Establishment verstanden wissen. Eher vielleicht als Husarenritt an die Front. Hier im Herzen der Hochkultur kann man noch davon träumen, Fremdkörper zu sein, ein Stachel im allzu satten Fleisch.

Hier will Meg Stuart mit ihrem Statement «It’s not Funny!» aus einer Koproduktion einen subtilen Akt der Sabotage machen, indem sie dem soft-progressiven Komödienmotto der Salzburger Festspiele etwas entgegensetzt, was nicht nur im Hals stecken bleibt (wie das von Schauspieldirektor Martin Kusej gern zitierte Lachen), sondern von vornherein als nicht genießbar erscheint: Peinlichkeit, die dadurch berührt, dass sie auch von außen betrachtet nicht lustig wirkt, sondern verzweifelt, aggressiv, zerstörerisch.

Eine Showtreppe ist ja so etwas wie eine Landebahn für Götter, eine Rampe für den Sternenstaub – und ein Präsentierteller für Pannen aller Art. Nun interessiert sich Meg Stuart natürlich nicht so sehr für ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2006
Rubrik: Der Kalender, Seite 42
von Silvia Stammen

Vergriffen
Weitere Beiträge
Bach vom Rad geholt

Zu den «Goldberg Variationen» nicht tanzen. Und das nackt, wie im ­Paradies. «Frans ­Poelstra, his Dramaturg and Bach» beginnt mit dem Blick auf einen CD-Spieler, eine Bach-Büste und Räucherstäbchen. Auf dem Mikrofonständer reitend erklärt Poelstra, dass er so seinen Körper «noch weiter ausdehnen» kann und daher «Bachs Musik noch besser huldigen.»

Robert Steijn,...

Iris Tenge

Aren’t we fortunate to be engaged in an art form which, by its very nature, cannot be solidified into thing-ness, possessed, encased as dead stuff? Even if occasionally it is difficult to argue the content and validity of such sheer activity, the non-material productiveness of live experience and performance. Even if a budget-worried zeitgeist continues to...

Hans Van den Broeck: «en servicio»

Wenn ein Tänzer respektive Performer die Bühne betritt, dann trennt sich die Kraft: zwischen dem Darsteller, dessen Name im Programmheft zu lesen ist, und seiner Figur oder Gestalt. Ersterer repräsentiert den Werktätigen, zweiterer sind Werkstücke, die er dem Publikum zur Verfügung stellt. Insofern bieten Tänzer ihrem Publikum einen Service an. Sie sind...