Valeska Gert ...
Valeska Gert wollte in einem Kornfeld begraben sein («dann fließt mein Fleisch ins Korn hinein, dann werd‘ ich Brot, bin nicht mehr tot»). Beigesetzt ist sie dann doch auf dem Friedhof, ihr Sarg in orangerotes Tuch gehüllt in Anspielung auf ihren «Tanz in Orange», der wie eine Bombe in den Expressionismus platzte: den «echten», nicht den des «Kunstgewerbes». Tot ist die «Fratze ihrer Zeit» nun weniger denn je; auferstanden durch die Suchbewegungen von Susanne Foellmer für «Valeska Gert – Fragmente einer Avantgardistin in Tanz und Schauspiel der 1920er Jahre».
Schon für ihre Diplomarbeit hatte die Tanzwissenschaftlerin die Fetzen des oft fettfleckig-zerflederten Nachlasses der Tänzerin / Kabarettistin / Schauspielerin unter die Lupe genommen, sich in den Biografien umgetan, die Bruchstücke eines «uneinheitlichen, vielseitigen» Lebens auf die multiple Ästhetik ihrer Großstadtkunst des Schocks, Tempos, Abbruchs und (als Erste) des Samplings abgetastet. Das Buch aktualisiert Susanne Foellmer auch im Hinblick auf postmoderne Künstlerinnen (Sherman, Sprinkle, Dumas, Orlan), in deren Vorfeld Gert bereits die Frau als Bild thematisierte: grotesk, Grenzen überschreitend, übergenau, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
She is a human volcano from Iceland, proud of her body, voice and skills. She is the kind of strong, truly powerful female personality we need to see more of on the stage. At the Drodesera festival, near Trento, she presented a new piece together with Jóhann Jóhannsson, with whom she previously conceived and performed the signature work “IBM1401, a User’s Manual,”...
Auch die teuersten Juweliere sind’s nicht mehr. War man sich früher bei Van Cleef & Arpels seiner Exklusivität sicher, kann der Kunde heute dasselbe in allen Filialen erstehen. Wie beim Ballett. Waren jahrelang die «Jewels» von George Balanchine ausschließlich beim New York City Ballet in Besitz, finden sich seine «Emeralds», «Rubies» und «Diamonds» heute nicht...
Zu den «Goldberg Variationen» nicht tanzen. Und das nackt, wie im Paradies. «Frans Poelstra, his Dramaturg and Bach» beginnt mit dem Blick auf einen CD-Spieler, eine Bach-Büste und Räucherstäbchen. Auf dem Mikrofonständer reitend erklärt Poelstra, dass er so seinen Körper «noch weiter ausdehnen» kann und daher «Bachs Musik noch besser huldigen.»
Robert Steijn,...
