Der Querkopf

in Berlin

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Der Querkopf ist ein Charakterkopf. In Westdeutschland wäre er ein Querulant. In Ostdeutschland bewundert man ihn. Heimlich. Offen sagt keiner, dass Jo Fabian und seine denkstirnigen Thesen zum «Spektralsurrealismus» tolles Renitententum darstellen. Auf dem Berliner Tanzkongress wird er bei Hannah Hurtzig am 20. April vis-à-vis eines einzelnen Zuhörers die Kunst frei als eine Welt erklären. Im Tesla im Podewil‘schen Palais vom 21. bis zum 23. April setzt er seinen living.types.

compiler fort als einen makabren Schlusspunkt unter das Geraune um die «Interaktivität» im Tanz. Das Playstation-begabte Publikum darf an Keyboards zwei Tänzer steuern. Einfach B, A, C, H in die Tastatur gedrückt, schon empfängt das Opfer die Kommandos per Kopfhörer und tanzt artig nach Fabians sogenanntem «Alphasystem» die Bewegungen, die B, A, C und H entsprechen. Das Publikum wird zum Choreografen. Der Jagdtrieb erwacht. Man drückt Bewegungskombinationen, die den Tänzer grausam an die physische Grenze treiben, bis er «tilt», umkippt, sich wieder aufrappelt. Bis die Zuschauer begreifen und spielerisch die Tänzer zu synchronisieren beginnen. Bald fummelt keiner mehr blöd auf der Klaviatur herum, sondern ...

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Tanz April 2006
Rubrik: on stage, Seite 39
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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