Choreologe

Was ein Choreograf im Ballettsaal erfindet, bringt er zu Papier. Cherie Trevaskis hat diesen Beruf.

Tanz - Logo

Notation als Sicherungskopie

Sorgen, was nach der Karriere kommen würde, brauchte sie sich nicht zu machen: Die Qualifikation für die Zeit danach hatte sie schon in der Tasche, bevor es überhaupt losging. Cherie Trevaskis, die Choreologin des Bayerischen Staatsballetts, ist ein Mus­terbeispiel für Transition, und das zu einer Zeit, als dieses Wort noch gar nicht die heutige Bedeutung hatte.

Erst absolvierte sie eine Ausbildung zur Choreologin in der von Joan und Rudolf Benesh in den 1950er-Jahren in Großbritannien erfundenen Methode zur Aufzeichnung von (Bühnen-)Tanz, der Benesh Movement Notation, dann startete sie professionell mit dem Tanzen.

Das sei nicht ihre Idee gewesen, stellt Cherie Trevaskis klar. Ihr Vater habe darauf hingewiesen, dass die Notation etwas sei, was sie nach dem Ende der Tänzerlaufbahn machen könne, erzählt sie. Und ihr deshalb empfohlen, für ein Jahr nach London zu gehen und neben weiterem Tanztraining die Benesh Movement Notation vollständig zu erlernen. Das war 1968. Die war ihr zu diesem Zeitpunkt nicht fremd gewesen, denn zu ihrem Studium an der Australian Ballet School gehörte der Unterricht in dieser Tanzschrift, die heute neben der Labanotation zu den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Karrieren im Theater, Seite 34
von Klaus Kieser

Weitere Beiträge
Sidi Larbi Cherkaoui

«Wäre Tanz in meinem normalen Leben präsent gewesen, wäre ich vielleicht Mathematiker geworden.» Sagt Sidi Larbi Cher­kaoui auf die Frage, wie er zum Tanz kam. Da war er fast erwachsen. Und entschloss sich nun, mit dem Eifer des Spätberufenen auf eine ungewisse Suche zu gehen und alles kennenzulernen, wessen er habhaft werden konnte an Tanz, Bewegung, Ritual. Was...

Komikerin

Genau, sagt Chloé Maginot: «Patrick Dupond ist ein gutes Beispiel.» Der ehemalige étoile des Balletts der Pariser Opéra stand nach Karriere, Motorradunfall und langwieriger Genesung in einem Musical auf der Bühne. So lange wollte Maginot nicht warten. Nicht, bis sie mit 45 eine Hüftprothese tragen ­wür­de, wegen der Développés. Nicht bis der Konkurrenzkampf...

Public Relations

Die Beziehung eines Theaters zur Öffentlichkeit ist nur selten sehr intim. Das Publikumsgespräch nach einer Vorstellung bildet mitunter das Maximum an Nähe zum Zuschauer, die ein Choreograf zulässt. Der Künstler zum Anfassen dient quasi als Bonus-Track dafür, dass bis zum Publikumsgespräch tatsächlich alles getan wurde, damit überhaupt ein Publikum da ist. Denn...