Tunesien: die Geburt einer Tanznation.
«Sie sind Araberin? Dann machen Sie also arabischen Tanz?» Das hört Nawal Skandrani oft. Die Tunesierin hat eine schwedische Mutter, ist großbürgerlicher Herkunft, lebt unverheiratet mit einem Christen und ist erklärte Atheistin. Anstatt in Europa zu leben, entschied sie sich für ihre tunesische Hälfte. Vier Jahre lang leitete sie das Nationalballett in Tunis, NBT. Das wuchs unter ihr zu einer kreativen Kompanie und dem Geburtsort einer zeitgenössischen Tanzszene, der einzigen in der arabischen Welt.
Bis vor zehn Jahren der Regierung ein Licht aufging, dass hier nicht die gewünschte Renommierkompanie für politische Kongresse und Auslandsmissionen entstanden war, sondern ein eigenständiges Kunstprojekt.
Heute gibt es, nach Ansicht aller Beteiligten, zwar tunesische Solisten und Duos, aber keine homogene Szene. Erst Les Rencontres Chorégraphiques de Carthage versuchen, das wieder zu ändern. Das Festival, auch als Printemps de la Danse bekannt, ist Treffpunkt der internationalen Tanzgemeinde, von Tero Saarinen bis Germaine Acogny, von Forsythe bis Saporta, von Jean Babilée bis zum Ballet du Grand Théâtre de Genève. Und natürlich bietet es eine Plattform des aktuellen tunesischen ...
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Es kann tragisch sein oder vor Leichtigkeit blitzen. Das autobiografisch-nostalgische Herrensolo fand gleich zwei prominente Vertreter auf den Rencontres Chorégraphiques Internationales de Seine-Saint-Denis. Anita Mathieu hatte ein ironisches Händchen, als sie auf Hooman Sharifi die Enthüllungen des Nasser Martin-Gousset folgen ließ. Wiegen die Zweifel eines...
Am Anfang das Ende. Vor vierzig Jahren hat Kenneth MacMillan in Stuttgart dem «Lied von der Erde» von Gustav Mahler bewegte, bewegende Gestalt gegeben und damit dem Ballett eine musikalische Dimension des Tanzes eröffnet, die bis heute nichts von ihrer inspirierenden Kraft eingebüßt hat.
Unvergessen, ja unvergänglich darin der «Abschied» – ein Finalsatz, wie ihn...
Am 28. Mai um 19 Uhr 35 ist der Tsunami, der in Südostasien Hunderttausenden das Leben gekostet hat, in der Dortmunder Oper angekommen. Der im chinesischen Dalian geborene, in Peking und bei Folkwang in Essen ausgebildete Xin Peng Wang, seit Herbst 2003 Ballettdirektor des Hauses, hat den Tsunami in seiner dritten Dortmunder Premiere in ein Artefakt verwandelt....
