Schnittwunden, verheilt
Am CCN Ballet de Lorraine in Nancy probte Boyzie Cekwana drei Wochen lang in residence, um die endgültige Version seiner neuen Kreation «Cut!!» zu erarbeiten. Zum ersten Mal stand ihm ein Raum rund um die Uhr zur Verfügung. «Das war enorm wichtig.» Cekwanas Wunsch ist, sich von vordergründig politischer Kreation zu lösen. Deshalb: «Cut!!».
Ein weißes Quadrat markiert auf der kleinen Bühne einen Raum. Deshalb: «Cut!!» In dem Viereck wird Cekwanas kongeniale Partnerin Désiré Davids ein Dreieck mit Schreibmaschinenblättern auslegen.
Deshalb: «Cut!!» Der weiße Rahmen mag ein Yard sein oder ein Straßenmarkt. Von den Referenzen der Straßenkultur, die ihn als Kind prägten, kann sich Boyzie noch nicht lösen. Auch ein paar Pantsula-Schritte entfahren seinen Beinen.
Lang steht Boyzie im Hintergrund, gerade noch präsent. Derweil entfaltet Désiré ihre Arme, lässt ihre Rückenmuskeln spielen. Isoliert, stehen ihre Bewegungen für sich. Daher: «Cut!!». Denn was zu Beginn im Duo als synchrone Pirouetten westlich zeitgenössisch anmutet, entpuppt sich als energiegeladene Tradition, sobald Boyzie sich den Zulu-Lendenschurz und den Schienbeinschmuck aus weißem Fell anlegt.
In der Figur Désirés ...
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