Francesca Spinazzi
Francesca Spinazzi, nach fünf Jahren nehmen Sie Abschied als Tanzkuratorin des Deutschen Nationaltheaters. Wie hat Weimar den Verlust eines eigenen Tanzensembles verkraftet? Widerstand habe ich von Seiten der Rezensenten gespürt, weil sie mit Recht den Verlust des Ensembles beklagt haben. Gleichzeitig galt es, den Weggang von Bernd Kauffmann zu verschmerzen.
Ich habe deshalb von vornherein ein Programm entwickelt, das die Kenner befriedigt – und ein breites Publikum mit auf die Reise nimmt. Beides ist gelungen. Für das Große Haus wählte ich anfangs Arbeiten aus, die auch ein Kauffmann beim Kunstfest hätte zeigen können. Im E-Werk, der eigentlichen Werkstatt, ließ ich dagegen meiner Lust am Experiment freien Lauf und konnte mit meiner subjektiven Anthologie des zeitgenössischen Tanzes sofort ein junges Publikum begeistern.
Die Neugier ist geblieben? Und wie! Wenn man schon über kein eigenes Ensemble verfügt, muss man ein klares Konzept verfolgen. Ich habe deshalb eine Tour d’horizont für fünf Jahre entworfen – und ...
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Seine erste Liebe gehörte dem Tanz, und «Erste Liebe» hieß nach Tschechow ein Ballett in einem Akt, das Gerald Humel 1965 komponierte. «Schon als Junge», gesteht der «Dramatiker des Klangs» auf seiner Website, «hat mich das Ballett fasziniert» und nennt als Grund, dass seiner Meinung nach die «wichtigste Musik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ......
Als im Herbst vergangenen Jahres der Kurator des deutschen Biennale-Pavillons in Venedig neben dem Maler und Bildhauer Thomas Scheibitz als zweiten Künstler Tino Sehgal nannte, da schauten Kenner der Tanzszene doch recht verwundert. War das nicht jener junge Choreograf, der zwei Jahre zuvor mit seinem Stück «Das 20. Jh.» aufgetreten war und splitternackt klassische...
