Francesca Spinazzi
Francesca Spinazzi, nach fünf Jahren nehmen Sie Abschied als Tanzkuratorin des Deutschen Nationaltheaters. Wie hat Weimar den Verlust eines eigenen Tanzensembles verkraftet? Widerstand habe ich von Seiten der Rezensenten gespürt, weil sie mit Recht den Verlust des Ensembles beklagt haben. Gleichzeitig galt es, den Weggang von Bernd Kauffmann zu verschmerzen.
Ich habe deshalb von vornherein ein Programm entwickelt, das die Kenner befriedigt – und ein breites Publikum mit auf die Reise nimmt. Beides ist gelungen. Für das Große Haus wählte ich anfangs Arbeiten aus, die auch ein Kauffmann beim Kunstfest hätte zeigen können. Im E-Werk, der eigentlichen Werkstatt, ließ ich dagegen meiner Lust am Experiment freien Lauf und konnte mit meiner subjektiven Anthologie des zeitgenössischen Tanzes sofort ein junges Publikum begeistern.
Die Neugier ist geblieben? Und wie! Wenn man schon über kein eigenes Ensemble verfügt, muss man ein klares Konzept verfolgen. Ich habe deshalb eine Tour d’horizont für fünf Jahre entworfen – und ...
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Henning Paars «Romeo und Julia» am Staatstheater Braunschweig hält die blind sich wiederholende Mechanik der Machtgesellschaft am Laufen. Zwischen eisernem Vorhang und Metallwänden lauern Falltüren und Capulets Familienkäfig der verlogenen Konvention. Vom ewigen Kämpfen sind die nackten Füße blutigbraun verkrustet.
Auf den Schnipseln vergilbter Seiten, verstreut...
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