Francesca Spinazzi
Francesca Spinazzi, nach fünf Jahren nehmen Sie Abschied als Tanzkuratorin des Deutschen Nationaltheaters. Wie hat Weimar den Verlust eines eigenen Tanzensembles verkraftet? Widerstand habe ich von Seiten der Rezensenten gespürt, weil sie mit Recht den Verlust des Ensembles beklagt haben. Gleichzeitig galt es, den Weggang von Bernd Kauffmann zu verschmerzen.
Ich habe deshalb von vornherein ein Programm entwickelt, das die Kenner befriedigt – und ein breites Publikum mit auf die Reise nimmt. Beides ist gelungen. Für das Große Haus wählte ich anfangs Arbeiten aus, die auch ein Kauffmann beim Kunstfest hätte zeigen können. Im E-Werk, der eigentlichen Werkstatt, ließ ich dagegen meiner Lust am Experiment freien Lauf und konnte mit meiner subjektiven Anthologie des zeitgenössischen Tanzes sofort ein junges Publikum begeistern.
Die Neugier ist geblieben? Und wie! Wenn man schon über kein eigenes Ensemble verfügt, muss man ein klares Konzept verfolgen. Ich habe deshalb eine Tour d’horizont für fünf Jahre entworfen – und ...
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Am CCN Ballet de Lorraine in Nancy probte Boyzie Cekwana drei Wochen lang in residence, um die endgültige Version seiner neuen Kreation «Cut!!» zu erarbeiten. Zum ersten Mal stand ihm ein Raum rund um die Uhr zur Verfügung. «Das war enorm wichtig.» Cekwanas Wunsch ist, sich von vordergründig politischer Kreation zu lösen. Deshalb: «Cut!!».
Ein weißes Quadrat...
Mit acht, 1929, in Stettin eine kleine Ballettratte, mit neunzehn Tänzerin am Staatstheater Weimar, die unter anderem auch im KZ Buchenwald auftrat, vor Kriegsende Hilfsarbeiterin in der Munitionsfabrik, dann in die Sowjetunion verschleppt, von dort aus nach Ungarn verschlagen und als Lehrerin im böhmischen Eger zurück zum Ballett gekommen, 1963 schließlich nach...
