Elfen zum Verlieben

Mit dem 3. Bournonville-Festival feiert das Königlich Dänische Ballett den 200. Geburtstag des großen Choreografen. Jochen Schmidt erlebte eine großartige Woche und verstand auf einmal, warum sich Prinzen in Sylphiden verlieben können

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Vermutlich wird kein anderes Tanzereignis im Jahr 2005 ähnlich viele Fans und Fachleute anlocken wie das 3. Bournonville-Festival des Königlich Dänischen Balletts. Kein Presseorgan von einiger Bedeutung zwischen Amerika und Japan, das keinen Berichterstatter nach Kopenhagen geschickt hätte; alte Freunde und Bekannte in jeder Parkettreihe. In den Auf­führungspausen in der Presselounge des Royal Theatre am Kongens Nytorv traten sich die Durstigen fast auf die Füße, und der Geräuschpegel der Gespräche erreichte schon gesundheitsgefährdende Dimensionen.

Gleich zwei Busse waren nötig, um die Kritiker und Promis aus aller Welt nach Fredensburg zu transportieren: auf den schönen kleinen Friedhof, wo der Choreograf begraben liegt, und in die Villa, in der er mit seiner nur aus Frauen bestehenden Familie um die Mitte des 19. Jahrhunderts lebte und dort Freunde wie den gleichaltrigen Dichter Hans Chris­tian Andersen empfing.
Der starke Andrang liegt nicht nur daran, dass dieses Festival sich so rar macht und sich anscheinend auf einen 13-Jahre-Turnus eingerichtet hat. 1979, anlässlich des 100. Todestag des Choreografen, lud das Ensemble, das Bournonville, mit kleineren Pausen zwischendurch ...

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Tanz Juli 2005
Rubrik: Premiere, Seite 8
von Jochen Schmidt

Vergriffen
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