Germaine Acogny

Tanz - Logo

Afrika ist groß. Gibt es den einen afrikanischen Tanz? Nein. Afrikanischer Tanz ist ein Konzept, eine Erfindung, die in Frankreich begann, als afrikanische Tänzer sahen, dass ihr Körper etwa im Ballett anders reagiert als der von Europäern. Man merkt den Unterschied halt eben erst in der Fremde. Als ich nach Afrika zurückging, habe ich systema­tisch nach Gemeinsamkeiten afrikanischer Tanzkulturen gesucht. Daraus entstand eine Technik in der Art, wie es auch eine Graham- oder Limón-Technik gibt.



Sie unterrichten zeitgenössischen afri­ka­­nischen Tanz. Was ist das Zeitgenös­sische?
Jeder Körper ist in seiner Kultur ver­wurzelt, hat eine gestuelle Erinnerung, das muss erstmal erkannt werden. Aber das Ziel, jedenfalls von professionellen Tänzern, muss sein, die Energie der eigenen Wurzeln in die Zukunft zu transformieren, um ein neues Kunstwerk zu schaffen.

Können Europäer afrikanischen Tanz lernen?
Wir sind alle Menschen. Und wenn Europäer japanische oder chinesische Philosophie studieren können, können sie auch afrikanischen Tanz lernen. Voraussetzung ist, die Technik auch lernen zu wollen.

Was war Ihre bisher beste Workshop-Erfahrung? In Litauen – zu sehen, wie ein vom Ballett ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2005
Rubrik: The Teachers..., Seite 64
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Francesca Spinazzi

Francesca Spinazzi, nach fünf Jahren nehmen Sie Abschied als Tanzkuratorin des Deutschen Nationaltheaters. Wie hat Weimar den Verlust eines eigenen Tanzensembles verkraftet?                                                                             Widerstand habe ich von Seiten der Rezensenten gespürt, weil sie mit Recht den Verlust des Ensembles beklagt haben....

Memoiren

Mit acht, 1929, in Stettin eine kleine Ballettratte, mit neunzehn Tänzerin am Staatstheater Weimar, die unter anderem auch im KZ Buchenwald auftrat, vor Kriegsende Hilfsarbeiterin in der Munitionsfabrik, dann in die Sowjetunion verschleppt, von dort aus nach Ungarn verschlagen und als Lehrerin im böhmischen Eger zurück zum Ballett gekommen, 1963 schließlich nach...

Die Gegenposition

Die überwiegende Mehrzahl der freien Choreografen mit eigenen Kompanien, die ihre Werke im Rahmen von Gastspielen zeigen, erhalten keinerlei Tantiemen. Im Gegensatz zu Frankreich, wo die SACD solche Rechte en bloc wahrnimmt, müssen Tanzschöpfer in Deutschland ihre Rechte bei den Bühnen und Verwertungsgesellschaften mühsam einzeln durchdrücken, ohne sich auf die...