Germaine Acogny

Tanz - Logo

Afrika ist groß. Gibt es den einen afrikanischen Tanz? Nein. Afrikanischer Tanz ist ein Konzept, eine Erfindung, die in Frankreich begann, als afrikanische Tänzer sahen, dass ihr Körper etwa im Ballett anders reagiert als der von Europäern. Man merkt den Unterschied halt eben erst in der Fremde. Als ich nach Afrika zurückging, habe ich systema­tisch nach Gemeinsamkeiten afrikanischer Tanzkulturen gesucht. Daraus entstand eine Technik in der Art, wie es auch eine Graham- oder Limón-Technik gibt.



Sie unterrichten zeitgenössischen afri­ka­­nischen Tanz. Was ist das Zeitgenös­sische?
Jeder Körper ist in seiner Kultur ver­wurzelt, hat eine gestuelle Erinnerung, das muss erstmal erkannt werden. Aber das Ziel, jedenfalls von professionellen Tänzern, muss sein, die Energie der eigenen Wurzeln in die Zukunft zu transformieren, um ein neues Kunstwerk zu schaffen.

Können Europäer afrikanischen Tanz lernen?
Wir sind alle Menschen. Und wenn Europäer japanische oder chinesische Philosophie studieren können, können sie auch afrikanischen Tanz lernen. Voraussetzung ist, die Technik auch lernen zu wollen.

Was war Ihre bisher beste Workshop-Erfahrung? In Litauen – zu sehen, wie ein vom Ballett ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2005
Rubrik: The Teachers..., Seite 64
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Diana schafft London nicht

Mit den Ikonen ist das so eine Sache: Sie leben und leben fort. Und wenn sie nicht gestorben sind ... Es sei denn, sie werden (aus dem) weg-geheiratet. Wie Diana. Die Ex-Prinzessin von Wales und In-Prinzessin der Herzen. Eine sichere Bank, dachte Peter Schaufuss, der Choreograf von «Diana – The Princess. A Celebration». Das Ballett hätte im Vereinigten Königreich...

Über Kraft

Kleine Jungs saßen mal haufenweise vor dem Fernseher und schauten eine «Sportart» namens Wrestling. Jedes Feuilleton erwies diesem Theater der martialischen Kraftprotze seine Referenz, das man in Mexiko Lucha Libre nennt. Janina Möbius hat ihre Dissertation Und unter der Maske ... das Volk diesen maskierten Gladiatoren gewidmet. Den Theatersport beschreibt sie als...

La Divine: Marcia Haydée

Von Göttlichkeit nicht die Spur, auch wenn Maurice Béjart für Marcia Haydée einst ein Greta-Garbo-Ballett namens «Divine» geschaffen hat. «Ich bin ein ganz normaler Mensch, keine Ikone», sagt die ehemalige Ballerina und Direktorin des Stuttgarter Balletts am Ende eines ausholenden, gleichwohl einfühlsamen Gesprächs. «Und das will ich auch weiterhin bleiben.» Kein...