Memoiren
Mit acht, 1929, in Stettin eine kleine Ballettratte, mit neunzehn Tänzerin am Staatstheater Weimar, die unter anderem auch im KZ Buchenwald auftrat, vor Kriegsende Hilfsarbeiterin in der Munitionsfabrik, dann in die Sowjetunion verschleppt, von dort aus nach Ungarn verschlagen und als Lehrerin im böhmischen Eger zurück zum Ballett gekommen, 1963 schließlich nach Deutschland ausgereist – das sind Stationen aus dem ereignisreichen Leben von Gerti Michaelis Rahr. Mit achtzig hat sie begonnen, ihre Erinnerungen niederzuschreiben; ihre Lebensgeschichte «Der Vorhang fiel» liegt nun vor.
Im Mittelpunkt stehen weniger Kunst und Theater als die Umstände, unter denen Menschen ihrer Generation in Kriegszeit und Diktatur lebten. Sprachlich kein Meisterwerk, aber ein spannender, sehr persönlich gefärbter Erfahrungs- und Zeitzeugenbericht über ein dunkles Kapitel jüngster Geschichte aus der Perspektive einer früh an der Ausübung ihrer Kunst gehinderten Tänzerin und Sängerin.
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