Osiel Goneo
Ich habe gelernt, dass es keinen Stillstand gibt. Es gibt immer etwas, das uns zur Vorwärtsbewegung anhält, und genau das habe ich in den vergangenen Monaten begriffen. Ich habe die Zeit genutzt, um mich körperlich und geistig weiterzuentwickeln und mich in die Lage zu versetzen, mit meinen Plänen voranzukommen. Es war eine schwere Zeit für alle, und natürlich auch für mich. Normalerweise reise ich viel, bin auf Galas in aller Welt unterwegs, und das war während der Pandemie nun mal nicht möglich.
Für mich war das quasi eine Arbeitsunterbrechung, doch gleichzeitig spürte ich, dass ich an diesem Punkt nicht einfach stehen bleiben konnte. Also nutzte ich die Gelegenheit: Ich analysierte, was ich in der Vergangenheit gemacht hatte und korrigierte, was bisher nicht geklappt hat, um dann nach vorne zu schauen. Für mich ist das Wesentliche, vorbereitet zu sein – jederzeit. Die Zukunft ist immer ungewiss, doch wir müssen bereit sein, egal was eintritt. In diesen Zustand versuche ich mich gerade zu versetzen. Wenig erwarten, dabei aber immer hart arbeiten, damit ich nach besten Kräften bereit bin.
Aus dem Englischen von Marc Staudacher
Erster Solist des Bayerischen Staatsballetts München
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 39
von
Im August 2020 fing unsere erste Spielzeit als neugeformtes Ballett am Rhein an. Die Welt stand still, aber wir bewegten uns weiter. Wortwörtlich: Im Ballettsaal, im digitalen Raum und in unseren Köpfen und Herzen wurde unsere Vision für diese Compagnie weitergesponnen, vorangetrieben, vergrößert und bereichert von und mit den Menschen, die mir an den Rhein gefolgt...
Wie in vielen gesellschaftlichen Bereichen hat die Black-Lives-Matter-Bewegung (BLM) auch in der Tanzwelt starken Widerhall gefunden. Nicht nur schwarze Tänzer*innen sind inzwischen immer gefragter, auch mehr und mehr virtuelle Performances werden von schwarzen Choreograf*innen kreiert. Für eine aufregende Online-Premiere sorgte Jamar Roberts mit «A Jam Session for...
Die Pandemie hat das extreme Tempo aus der Zeit davor herausgenommen. Das Deutsche Tanzfilminstitut hat als gleichermaßen tanzfilmproduzierende und archivierende Gedächtnisorganisation endlich einmal Zeit für die Inventur seiner Bestände und entdeckt vieles neu. Mit Dankbarkeit und Freude erfüllt uns, dass wir – wie die meisten Theater, Museen und Bibliotheken –...
