Heide-Marie Härtel
Die Pandemie hat das extreme Tempo aus der Zeit davor herausgenommen. Das Deutsche Tanzfilminstitut hat als gleichermaßen tanzfilmproduzierende und archivierende Gedächtnisorganisation endlich einmal Zeit für die Inventur seiner Bestände und entdeckt vieles neu. Mit Dankbarkeit und Freude erfüllt uns, dass wir – wie die meisten Theater, Museen und Bibliotheken – durch die regionalen und staatlichen Kulturbehörden weitergefördert werden, weil uns das ermöglicht, neue Visionen für die Zukunft zu entwickeln.
Generell haben Medien und Digitalisierung im Tanz während der Pandemie neue Aufgaben bekommen. Sie sind nicht nur Pfeiler einer Erinnerungskultur, sondern wurden auch Brückenbauer zum Publikum, als reale Tänzerkörper pandemiebedingt von den Bühnen verschwinden mussten. Doch die Bindungskräfte des Digitalen verlieren schnell ihre Sogwirkung, da man sie einfach wegklicken, vorspulen, ungehemmt repetieren kann. Der digitale Tanz versinkt im Meer eines digitalen «Gegenübers», etwa in Gestalt der Sozialen Medien, und entwertet sich damit gleichermaßen selbst. Als politisch denkender Mensch habe ich leider auch die Sorge vor einer Instrumentalisierung der Pandemie als Verstärker ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 96
von
Als John Neumeier und das Hamburg Ballett «Ghost Light» wenige Wochen nach der Uraufführung im Oktober 2020 nach Baden-Baden brachten, war die Pandemie, wie wir heute wissen, noch lange nicht vorbei. Aber wir hegten irgendwie Hoffnung. «Ghost Light» war eines jener wenigen neuen Tanzstücke, die wir im Herbst nach dem Lockdown vom Frühjahr 2020 sehen konnten. Es war...
Das ist doch mal eine schöne Geschichte. Eine mit Happy End, also zumindest scheinen die Akteure ganz zufrieden. Wie jede gute Geschichte ist sie ziemlich kompliziert. Viele Volten. Aber weil‘s so schön ist, hier schon mal das Ende vorweg: Die junge schwarze Tänzerin Jalaiah Harmon ist der Star im Clip «Video Game» von US-Musiker Sufjan Stevens. Ein bezauberndes...
Einen Länderreport soll ich schreiben, bittet die Redaktion, wo ich doch in England lebe und viel in Spanien bin. Ich sage mehrfach nein und dann doch ja. Dabei zeichnet sich diese Spielzeit dadurch aus, dass ich in England praktisch nonstop, in Spanien aber nur ein einziges Mal war, nämlich letzten Dezember, in Barcelona. Andersherum wäre länderreportmäßig besser...
