Heide-Marie Härtel
Die Pandemie hat das extreme Tempo aus der Zeit davor herausgenommen. Das Deutsche Tanzfilminstitut hat als gleichermaßen tanzfilmproduzierende und archivierende Gedächtnisorganisation endlich einmal Zeit für die Inventur seiner Bestände und entdeckt vieles neu. Mit Dankbarkeit und Freude erfüllt uns, dass wir – wie die meisten Theater, Museen und Bibliotheken – durch die regionalen und staatlichen Kulturbehörden weitergefördert werden, weil uns das ermöglicht, neue Visionen für die Zukunft zu entwickeln.
Generell haben Medien und Digitalisierung im Tanz während der Pandemie neue Aufgaben bekommen. Sie sind nicht nur Pfeiler einer Erinnerungskultur, sondern wurden auch Brückenbauer zum Publikum, als reale Tänzerkörper pandemiebedingt von den Bühnen verschwinden mussten. Doch die Bindungskräfte des Digitalen verlieren schnell ihre Sogwirkung, da man sie einfach wegklicken, vorspulen, ungehemmt repetieren kann. Der digitale Tanz versinkt im Meer eines digitalen «Gegenübers», etwa in Gestalt der Sozialen Medien, und entwertet sich damit gleichermaßen selbst. Als politisch denkender Mensch habe ich leider auch die Sorge vor einer Instrumentalisierung der Pandemie als Verstärker ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 96
von
Ein intensiver, forschender, fast brennender Blick in die Augen – dann wirft sie den Kopf voller Schmerz zur Seite und wenig später auch er, in die andere Richtung. «Nachtmerrie» ist nur ein kurzes Duo, aber wieder gibt es bei der Uraufführung am Stuttgarter Ballett so viel Neues in Marco Goeckes Bewegungssprache, für deren Bezeichnung man sich deutschlandweit auf...
Sieben Männer, alle unter 30. Seit zehn Jahren im Geschäft, Hits in Serie produziert, Preise abgeräumt, unzählige Acts hingelegt. Ein extrem erfolgreiches Geschäftsmodell namens BTS, Genre K-Pop, erzeugt am Casting-Reißbrett. Und dann, am 4. März 2020, startet ein Clip auf YouTube – irgendwann zufällig entdeckt, während der ersten Corona-Belagerung. Die Augen...
Ich bin vor Kurzem nach München gezogen und gewöhne mich seither an mein neues Leben hier, an neue Menschen, Chancen, und Erfahrungen – und das alles im Licht der derzeitigen Umstände. Jeden Tag verbeuge ich mich in Dankbarkeit vor dem hiesigen Opernhaus. Ich durfte hier wunderbare Momente erleben, ein völlig neues Stück mit Andrey Kaydanovskiy kreieren oder, ganz...
