«Niemand lernt hier tanzen, aber alle können es»

Renate Klett zu Besuch bei Salia Sanou und Kettly Noël

Tanz - Logo

Burkina Faso ist ein kleines Land in Westafrika, ohne Bodenschätze, ohne Safariparks, ohne Tourismus, weil es nichts Spektakuläres gibt – das macht es so sympathisch. Die Menschen sind schön und freundlich, aber es fehlt an allem, «das Land der Anständigen», so die Übersetzung des Namens, das als Kolonie Obervolta hieß, ist eins der ärmsten Länder der Welt. Aber die Kultur blüht.
Die Hauptstadt Ouagadougou richtet alle zwei Jahre das wichtigste Filmfestival des Kontinents aus: FESPACO und hat eine kleine, hochkarätige nationale Filmproduktion.

Im Centre Culturel Fran­çais trifft sich, was Künstler ist oder sein will. Dort soll noch in diesem Jahr, inch’Allah, ein Centre de Développement Chorégraphique errichtet werden, mit regelmäßigen Aufführungen, Workshops, Proben- und Trainingsmöglichkeiten. Hinter der Initiative steckt Salia nï Seydou, die renommierte  Tanzkompanie, die mehrfach in Europa aufgetreten ist, zuletzt beim InTransit-Festival in Berlin.
Ich treffe deren Mitbegründer Salia Sanou kurz vor seiner Abreise zu einem Solo-Gastspiel in Papua-Neuguinea. Es ist einer dieser Tage, wo Ouagadougou unerträglich ist: zu heiß, zu stickig, zu viel Smog, zu staubig. Besonders letzteres ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2005
Rubrik: Afrika, Seite 36
von Renate Klett

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wozu braucht man Autorschaft?

Was bietet den Choreografen das Urheberrecht? Die Tanz­wissenschaftlerin Gabriele Brandstetter und der Rechtswissenschaftler Artur-Axel Wandtke luden zur großen Konferenz an die Berliner Humboldt-Uni. Choreografen, hieß es dort, euch stehen dieselben Rechte zu wie Autoren und Musikern! Fein. Und jetzt? Macht sich dieselbe Mattigkeit breit wie vor fünf Jahren bei...

Jenseits

«Guck’ mal, was die Frau da macht». Der Vater schiebt sein Kind vor ein Ladenlokal in einer Nebenstraße der Essener Innenstadt. Eine Schaufensterpuppe legt ihre Hand gegen die Scheibe. «Sind die echt?», fragt der Kleine. Der Schweiß ihrer Hände kondensiert gegen das Glas. Die Ware lebt, doch wahre Kunst darf man nicht anfassen. Sie ist unverkäuflich, sie hat einen...

Schnittwunden, verheilt

Am CCN Ballet de Lorraine in Nancy probte Boyzie Cekwana drei Wochen lang in residence, um die endgültige Version seiner neuen Kreation «Cut!!» zu erarbeiten.  Zum ersten Mal stand ihm ein Raum rund um die Uhr zur Verfügung. «Das war enorm wichtig.» Cekwanas Wunsch ist, sich von vordergründig politischer Kreation zu lösen. Deshalb: «Cut!!».

Ein weißes Quadrat...