Wozu braucht man Autorschaft?
Was bietet den Choreografen das Urheberrecht? Die Tanzwissenschaftlerin Gabriele Brandstetter und der Rechtswissenschaftler Artur-Axel Wandtke luden zur großen Konferenz an die Berliner Humboldt-Uni. Choreografen, hieß es dort, euch stehen dieselben Rechte zu wie Autoren und Musikern! Fein. Und jetzt? Macht sich dieselbe Mattigkeit breit wie vor fünf Jahren bei der letzten deutschen Copyright-Konferenz in Essen.
Damals verriet der Leiter der französischen Verwertungsgesellschaft für Autorenrechte, Jacques Boncompain, warum Choreografen als Schöpfer von Werken sich angeblich so wenig für die Rechteverwertung an ihrer Schöpfung interessieren. Es liege «in der Individualität der Choreografen selbst, deren unabhängiger Geist in der Regel weiter entwickelt ist, als bei allen anderen Urhebern. Sie weigern sich, Mitglied einer professionellen Vertretung zu werden, z. B. einer Verwertungsgesellschaft. Sie zeigen eher eine gewisse Neigung, Werke anderer Urheber zu nutzen, ohne sich vorher die nötigen Genehmigungen einzuholen. Wie kann der Choreograf für sich Urheberrechte beanspruchen, wenn er geschützte Kompositionen, Bilder und Texte selber übernimmt, sie aus ihrem ursprünglichen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tabula rasa. Weißer Boden, weiße Leinwand. Nichts sonst. Stille. Antje Pfundtner startet in ihrem ersten Gruppenstück bei null. Fängt wieder von vorn an: als Choreografin und Geschichtenerzählerin über das Leben und das Tanzen. Themen wie schon in ihrem ebenfalls in der Kampnagelfabrik produzierten und uraufgeführten Solo «eigensinn», mit dem die Wahlhamburgerin...
After more than twenty years, it seems that we have entered a new phase in the field of contemporary dance. I am not trying to define the latest heroic moment in dance: these days it is only too obvious that a history that follows a lineal and positive timeline does not reflect reality. This new phenomenon (that shares time and space with other phenomena of very...
Die überwiegende Mehrzahl der freien Choreografen mit eigenen Kompanien, die ihre Werke im Rahmen von Gastspielen zeigen, erhalten keinerlei Tantiemen. Im Gegensatz zu Frankreich, wo die SACD solche Rechte en bloc wahrnimmt, müssen Tanzschöpfer in Deutschland ihre Rechte bei den Bühnen und Verwertungsgesellschaften mühsam einzeln durchdrücken, ohne sich auf die...
