Ins siebte Himmelreich
Bis ins 7. Jahrhundert stritten sich Römer und Wisigothen (Westgothen) um die Vorherrschaft zwischen Nîmes und den Pyrenäen, mordeten und brandschatzten. Kriegsherren kämpften heute gemeinsam, morgen gegen den eigenen Bruder. Sieben bedeutende Städte umfasste die Region. Doch dass die Römer sie wirklich als «Septimania» führten, ist eher ein Gerücht. Aber der Name klingt glockenhell in den Ohren von Georges Frêche, dem Président der Région Languedoc-Roussillon.
Er bereitet die Umbenennung «seiner» Region vor, und der Tanz muss helfen, die Geltungssucht des Möchtegern-Mitterands zu befriedigen. «Septimanischer» Wein steht in den Regalen, und Montpellier Danse lädt uns zu einer regionalen Plattform: Septimanie Danse. Dass sie hier populistisch eingespannt werden, veranlasste einige Choreografen zur Absage. Die Pragmatischeren gaben nach. Denn während die Zahl der Kompanien sich verdoppelte, blieben die Auftrittsmöglichkeiten ähnlich rar wie im 7. Jahrhundert. In Montpelliers Nachbar- und Hafenstadt Sète ging die Szene darum auf die Straße und präsentierte, angeführt von Fabrice Ramalingom, Soli in Fußgängerzone und Markthalle. Der Bevölkerung waren Einkaufen und Pastis aber ...
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Kaum mehr ein Choreograf, der auf sich hält und darauf verzichten würde, seinen «Sacre du printemps» zu kreieren. Die Versionen zählt man bereits zu Hunderten, und die meisten davon entstanden in jüngster Zeit. Das Festival Les Hivernales in Avignon stand in diesem Jahr gar unter dem Thema «Sacre». Es dürfte also niemanden wundern, wenn auch afrikanische...
Sie hatten mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Welche waren die größten? Bomben und Krieg. Eine Woche vor der ersten Ausgabe wurde das Attentat auf Djerba verübt. Die Angst war groß, und der freie Eintritt zu den Aufführungen ein großes Risiko. Als leichtsinnige Künstlerin tat ich so, als wisse ich nichts von der Verordnung, die das Festival annullierte und lud...
Seine erste Liebe gehörte dem Tanz, und «Erste Liebe» hieß nach Tschechow ein Ballett in einem Akt, das Gerald Humel 1965 komponierte. «Schon als Junge», gesteht der «Dramatiker des Klangs» auf seiner Website, «hat mich das Ballett fasziniert» und nennt als Grund, dass seiner Meinung nach die «wichtigste Musik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ......
