«Jeder soll so sein, wie er ist»
Pina und ihr Dramaturg. 1977 habe ich zum ersten Mal ein Stück von Pina gesehen, «Blaubart». Danach kamen ihre «Macbeth»-Paraphrase «Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen» und «Kontakthof». Zu der Zeit schrieb ich viel über Theater und schlug der Zeitschrift «Theater heute» 1979 einen umfangreicheren Text über Pinas Arbeit vor. Ich war unter anderem bei den Proben zu «Arien» und führte lange Gespräche mit ihr. Mein so entstandenes Portrait gefiel sowohl Pina als auch ihrem Lebensgefährten und Bühnenbildner Rolf Borzik.
Als sie anschließend an «Keuschheitslegende» arbeiteten, fragte sie, ob ich nicht einen Text für das Programmheft schreiben wollte. Ich habe dann ein Probentagebuch gemacht und gemeinsam mit ihr an der Gestaltung des Programmhefts gearbeitet. Rolf war zu der Zeit schon sehr krank und starb wenige Wochen nach der Premiere. Er war 35, im Jahr 1980, und für Pina und die gesamte Kompanie war das ein großer Schock. Pina bat mich, bei seiner Beerdigung über ihn zu sprechen – ich mochte ihn und seine Arbeit sehr und habe versucht, etwas über Rolf und seine außergewöhnlichen Bühnenräume zu sagen. Während ich mit der Kompanie arbeitete, war ...
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