Stéphanie Fuster: «Questquetudeviens?»
Selbst in Spanien spricht man von einer Renaissance des Flamenco. Tänzer wie Israel Galván beweisen, dass der ursprüngliche Volkstanz einen erneuerten Platz auf der Theaterbühne verdient. Postmoderner Flamenco wird, zumindest für die Los Angeles Times, zum Begriff, und Aurélien Borys neuestes Stück für die französische Tänzerin Stéphanie Fuster gehört in genau diese Kategorie.
«Questcequetudeviens?» ist ein Solo für «La Fani» (das Diminutiv für Stéphanie), die von vielen als die beste unter allen nichtspanischen Flamenco-Tänzerinnen angesehen wird.
«Was ist aus dir geworden, Mädchen?», fragt der Titel. Eine Frage, die zwingt, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Unzufriedenheit und Enttäuschung schwingen mit. Wie war das, als junge Frau nach Andalusien zu ziehen? Als Ausländerin hartnäckig diese fremde Tanzkunst lernen zu wollen?
Aurélien Bory macht daraus eine tragikomische Geschichte. Der französische Leiter der Compagnie 111 ist ein Spezialist des visuellen Theaters. Er erzählt ohne Worte und manipuliert die Objekte. In «Questcequetudeviens?» überlässt er einem blutroten Flamencokleid die zweite Hauptrolle. La Fani erscheint darin als junges Mädchen, von den Rüschen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Schotten mussten für den Umbau des Stammsitzes ihres Nationalballetts, des Tramway in Glasgow, von den benötigten 11 Millionen Pfund eine satte Million Pfund (1,18 Mio. Euro) an Privatspenden aufbringen. So was ist selbst unter Geizhälsen völlig normal. Damit zeigt der Bürger dem Staat, dass er sein Ballett auch wirklich will. Durch Spendenaufrufe im Fernsehen...
Zweieinhalb Wochen zuvor war die Welt noch in Ordnung. Man fuhr zu Pina Bausch nach Wuppertal, das «Neue Stück» zu sehen. Erfreute sich an den frischen Gesichtern des Tanztheater-Nachwuchses, bewunderte die Bewegungs-Serpentinen, auf denen Schmerz und Lust in Endlosschleifen vorüberglitten. Sammelte Bausch’sche Selbstzitate auf und staunte über klassische...
Pina und ihr Dramaturg. 1977 habe ich zum ersten Mal ein Stück von Pina gesehen, «Blaubart». Danach kamen ihre «Macbeth»-Paraphrase «Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen» und «Kontakthof». Zu der Zeit schrieb ich viel über Theater und schlug der Zeitschrift «Theater heute» 1979 einen umfangreicheren Text über Pinas Arbeit vor....
