One Shared Object. Profit and Loss
Wenn Kinder spielen, wirken sie wie ernsthafte Arbeiter. Sie lauschen mit sämtlichen Sinnen. Im Tanz nennt man diesen wachen, leuchtenden Zustand Präsenz. Martine Pisani und Martin Nachbar, die Französin und der Deutsche, verbindet nicht nur ihr Vorname, sondern die Lust am ernsthaften Spiel, am Zauber des Zufälligen in der Struktur eines strengen Regelwerks, in dem es Gewinner und Verlierer gibt und – na klar – Ent- und Verwicklungen. Gefördert von «Tanzplan» entstand während einer Residenz in der fabrik Potsdam ein launiges Team-Work: «One Shared Object. Profit and Loss».
Bei den Potsdamer Tanztagen durfte es eine prachtvolle Riesenbühne des Hans-Otto-Theaters in der Schinkelhalle tanztauglich einweihen. Was die acht Akteure gewinnen oder verlieren, was sie bewegt, umtreibt, in Aufruhr bringt, bleibt bis zuletzt rätselhaft. Was wir erleben und mit eigenen Interpretationen einzingeln, ist die Arbeit an einer kollektiven Collage nach Muster des surrealistischen Spiels «Cadavre Exquis». Jeder kennt das: Ein Papier wird herumgereicht – einer zeichnet den Kopf, der Nächste den Hals, den Rumpf, aber weil das Papier immer wieder gefaltet wird, sieht der Nachbar nur die letzten Striche ...
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Mensch und Maschine: welch eine Beziehung in der Kiste. Technik ist ja nicht unsinnlich. Das ist der Reiz. Es treten auf: drei Damen in Schwarz, Hosen und armfreie Oberteile, Ohrgehänge, die Haare streng zurückgesteckt. Es stehen bereit: vier Waschmaschinen, ebenfalls in Schwarz. Vorn zwei nebeneinander, weiter hinten je eine. Über Leitern betreten die Damen die...
Das Tanztheater Wuppertal gastierte gerade in Breslau, als es am Mittag des 30. Juni die Nachricht vom Tod Pina Bauschs erreichte. Die Kompanie tanzte am Abend, so wie sie auch nach den Anschlägen des 11. September getanzt hatte. Dieses als ein Akt der Selbstbehauptung, zum einen. Und es mag, zum anderen, den Tänzern ein Trost gewesen sein, das jüngste Stück, das...
Caroline Llorca, Sie waren selbst Erste Solistin in Paris, gelten als Spezialistin der Vaganova-Technik, seit 2001 sind Sie Professorin für Klassisches Ballett an der Ballettakademie der Münchner Hochschule für Musik und Theater. Was braucht der Nachwuchs? ...
