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berlin: tanztage
Alles glänzt? Bloß nicht. Der Putz bröckelt von der Decke – nach wie vor, aber ornamentaler als früher. Denn die von Sasha Waltz und Jochen Sandig gegründeten Sophiensaele wurden renoviert, ebenso die Leitung. Seit Herbst amtiert Franziska Werner. Peter Pleyer belebt nun das alte, neue Gemäuer mit der 21. Ausgabe der «Tanztage» – jenem Underground-Festival, dem regelmäßig die Türen eingerannt werden. An Kaler und Maria Francesca Scaroni eröffnen den Tumult, das Zusammenkehren übernehmen Anna Nowicka und Rodrigo Sobarzo de Lar­raechea.

Das Publikum wird sich nicht aus dem Staub machen, die Kritik schon eher. Es ist ein Test für die Neuen unter den Nachwuchs­-Choreografen. Und auch einer für die Sophiensaele, die wie die «Tanztage» erwachsener werden. Vom 5. bis zum 15. Januar.
sophiensaele.com

den haag: holland dance
Ehrengast beim diesjährigen Festival in der niederländischen Hauptstadt ist Bill T. Jones. Der amerikanische Choreograf kommt nach 13 Jahren wieder zu «Holland Dance». Die von ihm und seinem 1988 verstorbenen Partner Arnie Zane gegründete Kompanie präsentiert «Fondly Do We Hope … Fervently Do We Pray», ein Stück über den US-Präsidenten Abraham Lincoln – ...

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Tanz Januar 2012
Rubrik: kalender, Seite 36
von Thomas Hahn

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Daniel Dobbels, Sie haben untersucht, wie Choreografen sich im 20. Jahrhundert von Traditionen befreiten, nach neuen Körperbildern suchten und dabei der modernen Kunst begegneten. Die Beziehung des Tanzes zur bildenden Kunst ist weit intensiver als jene zur Musik. Der fruchtbarste Dialog zwischen modernem Tanz, Malerei und Bildhauerei entwickelte sich zwischen 1910...

wiesbaden: thoss, kylián «magisches kaleidoskop»

Am Ende dieses Dreierprogramms kullert die leichte Muse herbei: Die Wiesbadener Tänzer geben sich in Kleidern und Kniebundhosen und ­mit staubenden Perücken der Musik ­Wolfgang Amadeus Mozarts hin, in «Sechs Tänze», Jiří Kyliáns Evergreen von 1986.

Hurtiges Tempo bei kleinstteiliger Präzision kennt man auch von Stephan Thoss. Als nehme er sich die Partygesellschaft...

zwei welten

«Was ist das treffende Wort für William Forsythes ‹I don’t believe in ­outer space›? Schrecklich? Entsetzlich? Einigen wir uns auf abscheulich», schrieb Robert Gottlieb letzten November im «New York Observer». «In welcher Welt lebte John Neumeier, als er 1978 diesen reaktionären, rührseligen Blödsinn schuf? », fragte Claudia La Rocco in der «New York Times»...