Golem kehrt wieder

Petr Zuska: «Ibbur» im Prager Ständetheater

Tanz - Logo

Es ist wieder soweit. «Ungefähr alle dreiunddreißig Jahre» geschieht es, «dass ein vollkommen fremder Mensch, bartlos, von gelber Gesichtsfarbe und mongolischem Typus, aus der Richtung der Altschulgasse her, in altmodische, verschossene Kleider gehüllt, gleichmäßigen und eigentümlich stolpernden Ganges, so, als wolle er jeden Augenblick vornüber fallen, durch die Judenstadt schreitet und plötzlich – unsichtbar wird.

»
Gustav Meyrink hat ihn in seinem 1915 erschienenen Roman «Der Golem» so erstehen lassen, und er ist es auch, der die Mystifikation des sagenhaften Rabbi Löw von Generation zu Generation fortschreibt: eine künstliche Kreatur, die nicht jedermann zu Willen ist – schon gar nicht fassbar selbst für die, die ihm einst zum Leben verholfen haben.
In «Ibbur aneb Prazské mystérium» ist der Golem allgegenwärtig, und so wie ihn Roman Solc kostümiert – mit weißer Gesichtsmaske, dunklem Anzug und schwarzem Schlapphut –, sieht er dem «Phantom der Oper» zum Verwechseln ähnlich: eine Fiktion, in der sich hier nicht bloß Athanasius Pernath bespiegelt. Auch das «Ich», das Zus­ka und sein Librettist und Ko-Regisseur Daniel Wiesner als psychiatrischen Patienten hinzuerfunden haben, scheint ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2005
Rubrik: On Stage, Seite 44
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
«Niemand lernt hier tanzen, aber alle können es»

Burkina Faso ist ein kleines Land in Westafrika, ohne Bodenschätze, ohne Safariparks, ohne Tourismus, weil es nichts Spektakuläres gibt – das macht es so sympathisch. Die Menschen sind schön und freundlich, aber es fehlt an allem, «das Land der Anständigen», so die Übersetzung des Namens, das als Kolonie Obervolta hieß, ist eins der ärmsten Länder der Welt. Aber...

Walk Don’t Walk

I had been preparing for the “Lions and Tigers, oh my” but the sight of so much security was an unsettling surprise. Around each “Compound”
(Home) were high walls with electric wire. Driving with the car top down was not recommended, rather the doors locked and the handbag down under your feet. A few dancers within the company had experienced being hijacked from...

Boyzie Cekwana

Ntsikelelo “Boyzie” Cekwana and I have met several times over the course of the past two years. He has dramatically increased my awareness of South Africa. Socially, culturally, politically, economically, and, yes, dance-wise. But the latter aspect seems just one of many in an avid creative life that reaches out in all directions. His curiosity, voracious reading...